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Querdenken- Aus Demonstration wird Gottesdienst

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Demo in München- Ex-TV-Pfarrer Jürgen Fliege bei der Querdenken Veranstaltung

München- 1900 Menschen waren auf der vergangenen Corona-Demo in München – viele von ihnen ohne Maske.

Eine Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen ist wegen der zu hohen Teilnehmerzahl am Sonntag zum Gottesdienst erklärt worden. Juristen des Innenministeriums haben dies akzeptiert. Diese und andere Versammlungen in München verliefen friedlich.

In Bayern unterliegen Gottesdienste unter freiem Himmel keiner Beschränkung der Teilnehmerzahl. Deshalb hat der Rechtsanwalt Markus Haintz am Sonntag eine Demonstration auf der Münchner Theresienwiese zu Beginn der Versammlung kurzerhand zum Gottesdienst erklärt. Rund 1.900 Menschen hatten sich versammelt, um gegen die Corona-Beschränkungen zu demonstrieren.

Bei der An- und Abreise der Teilnehmer sprach die Polizei nach eigenen Angaben rund 200 Belehrungen wegen nicht oder nicht richtig getragener Mund-Nasen-Bedeckungen aus. In zwei Fällen sei es zu einer Anzeige wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gekommen, in fünf Fällen seien Ermittlungen wegen des Verdachtes des Vorzeigens falscher Atteste nötig geworden.

Weil es jedoch bei Gottesdiensten im Freien in Bayern keine maximale Teilnehmerzahl gibt, sahen die Veranstalter hier wohl ein Schlupfloch. Es herrscht zwar Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, dieser muss aber nicht am Platz getragen werden. Kurz vor Beginn erklärte “Querdenken 089” die Veranstaltung also zum Freiluft-Gottesdienst.

Polizei ließ Veranstaltung zunächst laufen

“Hier geht es nicht um Versammlungsfreiheit, hier geht es um einen Gottesdienst”, hatte einer der Redner am Sonntag auf der Theresienwiese gesagt, bevor er die Teilnehmer aufrief, mit ihm zu beten. Die Polizei ließ die Veranstaltung zunächst laufen, “da Inhalte und der Charakter eines Gottesdienstes erkennbar waren”, wie es hieß.

TV-Pfarrer Jürgen Fliege ruft zum “Trauern um das Grundgesetz” auf

Für einen Gottesdienst sprach offenbar auch die Rede des Pfarrers im Ruhestand Jürgen Fliege. In den Neunzigern als TV-Pfarrer bekanntgeworden, fiel Fliege in den letzten Jahren eher durch seine Nähe zur Esoterik auf – auch ein Disziplinarverfahren der evangelischen Kirche wurde 2011 deswegen gegen ihn eingeleitet.

Im Zuge der Corona-Krise machte er wieder von sich Reden und trat bereits mehrfach auf Veranstaltungen der Initiative “Querdenken 711” auf. Auf der zum Gottesdienst erklärten Demo am Sonntag sprach er unter anderem von einem “Regime der Angst” und rief zum Trauern um das Grundgesetz auf – die Corona-Regeln sorgten dafür, dass man “Grundrechte von Artikel 1 bis 19” nicht mehr habe, sagte Fliege. Auf der Bühne waren während seines Auftritts Grablichter und mehrere mit einer Deutschland-Flagge bedeckte Särge aufgebaut.

 

dpa/ psm.media, 02.11.2020, Foto: Fernsehpfarrer Jürgen Fliege auf der Corona-Demo in München im September.© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Kommentar

  1. mal was zum lachen und zum Nachdenken in dieser Zeit. …….
    Innerhalb eines Jahres sind unsere Grundrechte verloren gegangen.
    Wofür wir so gekämpft haben. Wie konnte man dass nur zulassen?
    Ist das der Beginn einer neuen Weltordnung?

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