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Kampf gegen das Coronavirus mit dem neuen Impfstoff

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Das Impfen beginnt +++ Ab diesem Wochenende wird der Biontech-Impfstoff in Deutschland eingesetzt

Berlin- Ab heute soll es in Deutschland mit den Corona-Impfungen losgehen. Bis der Wirkstoff für alle zur Verfügung steht, wird es aber noch dauern. Wer erhält das Vakzin zuerst? Und wie laufen die Impfungen ab?

Zunächst sollen mobile Teams im Einsatz sein, die Bewohner, Patienten und das Personal in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen impfen. In Mecklenburg-Vorpommern sind das etwa 40 mobile Teams, in Bremen sind es zunächst sieben Teams zu je vier Personen.

Auch die bundesweit rund 440 Impfzentren sind in den vergangenen Wochen für die Impfkampagne vorbereitet worden und sollen wohl bis spätestens Anfang Januar ihren Betrieb aufnehmen. Darunter sind etwa eine Tennishalle in Stuttgart, in Niedersachsen wird eine Jugendherberge zum Impfzentrum, in Düsseldorf die Fußball-Arena. In Sachsen-Anhalt wird ein ehemaliger Supermarkt umfunktioniert. In Hessen ist ein früheres Flughafengelände dabei. In den Impfzentren wird mit Unterstützung von niedergelassenen Ärzten oder Trägern wie dem Roten Kreuz geimpft. Auch die mobilen Teams sollen an diese Impfzentren angedockt sein.

In einer späteren Phase, wenn mehr Impfstoffe – womöglich auch verschiedener Hersteller – zur Verfügung stehen und diese vielleicht einfacher zu lagern sind, könnte auch in normalen Arztpraxen geimpft werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schätzt, “dass die Praxen vermutlich im Sommer impfen werden”.

Wer wird zuerst geimpft?

Laut Impfverordnung wurden drei Gruppen mit “höchster”, “hoher” und “erhöhter” Priorität festgelegt, laut Gesundheitsministerium sind das folgende Gruppen:

Höchste Priorität:

  • Personen ab 80 Jahren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (etwa Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin)

Hohe Priorität:

  • Über-70-Jährige
  • Menschen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder bei ambulanten Pflegediensten regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Erhöhte Priorität:

  • Über-60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chronischer Nierenerkrankung, chronischer Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Die Impfung der ersten Gruppe wird nach Worten von Bundesgesundheitsminister Spahn mindestens ein bis zwei Monate dauern. Erst dann werde man darüber nachdenken, das Impfangebot auszuweiten. Spahn kündigte “fließende Übergange” zwischen den Stufen an.

 

ARD/DPA/PSM, 27.12.2020, Foto: Corona-Impfung © WikiImages

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