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Genau hingeschaut- Berater Regierung zum Lockdown

Veröffentlicht von Presse

Wichtige Fachrichtungen fehlten- sechs Wissenschaftler berieten Regierung zum verlängerten Lockdown

Berlin- Wer beriet Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten bei ihren Beratungen über die Corona-Maßnahmen?

 Bericht: “Namen der Wissenschaftler die sich am Montag mit der Bundeskanzlerin gemeinsam mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder zu einem Austausch per Videokonferenz zusammengeschlossen hatten:

  • Prof. Dr. Lothar Wieler (Präsident RKI)
  • Prof. Dr. Christian Drosten (Institutsdirektor für Virologie der Berliner Charite)
  • Prof. Dr. Heyo Kroemer (Vorstandsvorsitzender der Berliner Charite)
  • Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann (Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig
  • Dr. Viola Priesemann (Max-Planck-Institut Göttingen)
  • Prof. Dr. Reinhard Berner (Uni Klinikum Dresden)

Somit ist klar: Es war kein ausgewiesener Kritiker des Corona-Kurses unter den Wissenschaftlern, deren Expertise für die Verlängerung des Lockdowns entscheidend war. Dem Grundsatz, immer auch die andere Seite anzuhören, wurde damit nicht Rechnung getragen. Lediglich Berner steht etwa bei der Frage von Schulschließungen auf einem Kurs, der von dem der anderen Wissenschaftler abweicht.

Noch wichtiger und besonders bezeichnend: Es sind ein Tierarzt, ein Kinderarzt, ein Virologe, ein Pharmakologe sowie zwei Physiker, die hier die Regierung beraten haben und damit maßgeblich bestimmten, wie 83 Millionen Menschen weiter leben werden. Kein einziger Soziologe, Psychologe, Wirtschaftswissenschaftler, Sozialpädagoge, Erziehungswissenschaftler oder Wissenschaftler aus anderen Bereichen, auf die der Lockdown massive Auswirkungen hat. Zudem ist Wieler Leiter einer Behörde und damit weisungsgebunden.

Wie konnten die Regierenden abwägen zwischen Nutzen und Kollateralschaden eines Lockdowns, wenn kein einziger Wissenschaftler bei den entscheidenden Beratungen dabei war, der eben auf die Bereiche spezialisiert ist, in denen die Kollateralschäden entstehen? Wer hat für die Kinder und Eltern gesprochen? Wer für die psychisch belasteten Menschen? Für Unternehmer, die um ihre Existenz zittern? Hätten deren Vertreter nicht genauso mit am (digitalen) Tisch sitzen müssen wie die Vertreter eines harten Lockdowns?

War bei dieser Besetzung der Runde nicht schon vorab klar, dass es Verschärfungen statt Lockerungen geben würde?
Fragen über Fragen.”

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© Boris Reitschuster, 07.01.2021, Foto: Systembild

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