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Unfaire Einkommensverhältnisse in Österreich

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Studie zeigt: Einkommen der Reichsten steigt viel schneller und wird weniger besteuert

Wien- Eine Frau verdient in Österreich im Durchschnitt nur 72 Prozent des Bruttojahreseinkommens eines Mannes. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher des WIFO im aktuellen Gleichstellungsindex: Arbeitsmarkt. Das Themenfeld “Einkommen” setzt sich dabei aus den drei Teilbereichen “Einkommen”, “Einkommen bei Berufseinstieg” und “Niedriglohn” zusammen. In allen Bereichen erreichten Frauen dabei einen deutlich geringeren Wert als Männer. Vor allem in Oberösterreich ist das Einkommen der Frauen geringer – hier sind es nur 68 Prozent der Männerwertes. Positiver ist das Ergebnis in Wien. Im Hauptstadtgebiet beträgt die Lücke zwischen Frauen und Männern nur noch etwa 14 Prozentpunkte.

Laut den Experten gibt es seit der letzten Erhebung Verbesserungen in allen drei Teilbereichen. Insgesamt hat sich die Einkommenssituation in Österreich also leicht gebessert, ist aber noch weit von einer Gleichstellung entfernt.

 

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Die Grafik zeigt das Einkommen von Frauen als Anteil des Bruttojahreseinkommens der Männer in Österreich. © WIFO

 

In Österreich wird man vor allem dann durch Einkommen reich, wenn man bereits ein große Vermögen hat – und das Geld vor allem aus Immobilien und Aktienbesitz bezieht. Dort ist das Einkommen auch doppelt so schnell gestiegen wie bei den unteren 80 Prozent der Bevölkerung, die ihr Leben vor allem durch Arbeit finanzieren. Das bringt die Einkommensverteilung in eine Schieflage. Eine WU-Studie hat anhand neuer Daten herausgefunden, dass die Vermögensungleichheit in Österreich in etwa so groß ist wie in den USA – und Österreichs Steuersystem tut nichts dagegen. Und: Die Vermögenskonzentration könnte sogar noch größer sein, warnen die Studienautoren – denn in Österreich gibt es sehr wenige Daten über Milliarden-Vermögen.

In Österreich hat kaum jemand genügend Aktien oder Wertanlagen, um davon auch nur annähernd leben zu können. 90 Prozent der Bevölkerung gewinnen gerade einmal 10 Prozent ihrer Einkünfte aus ihrem Besitz – und selbst diese zehn Prozent konzentrieren sich schon auf den oberen Mittelstand. Es gibt aber ein paar wenige, die großteils nur von der Selbstvermehrung ihres Vermögens leben. Das reichste Prozent von Österreichs Millionären bezieht über die Hälfte ihres Einkommens aus Aktien-Dividenden, Zinsen und Mieten.

 

René Bocksch/STATISTA/WU, 12.01.2021, Foto: Systembild: Österreich © Dean Marston

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