Spahn- Der Mega Lockdown endet nicht am 1. Februar

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Maischberger: Gesundheitsminister verteidigt Impfstrategie der Bundesregierung und äußert sich um Lockdown

Berlin- Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist am Mittwochabend in der ARD bei “maischberger.die woche” zu Gast. Dort verteidigt er die Impfstrategie der Bundesregierung und äußert sich zum Mega Lockdown.

Der zweite Lockdown zermürbt und bringt nicht den gewünschte Effekt. Das Impfen läuft zäh an, der Impfstoff ist knapp – und doch schimpft der bayerische Ministerpräsident schon über mangelnde Impfbereitschaft und ruft nach einer Impfpflicht. Die Lage ist diffus. Soviel ist bei Maischbergers Wochenrückblick klar. Doch dann kommt Jens Spahn.
Der Gesundheitsminister tritt als Verteidigungsminister an, zur Verteidigung in eigener Sache. Erst hat er in im Bundestag eine Regierungserklärung abgegeben und dort – wie Robin Alexander bei „maischberger.die woche“ analysiert – einen „Pappkameraden aufgebaut“, um von Fehlern bei der Vorbereitung der größten Impfkampagne der Geschichte abzulenken. „Damit ist er im Bundestag durchgekommen“, bemerkt der stellvertretende Chefredakteur der Tageszeitung „Welt“ kopfschüttelnd. Moderatorin Sandra Maischberger versucht ihrerseits, den Minister in die Zange zu nehmen.
Mutationen des Coronavirus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass die Mutationen des Coronavirus sich in Deutschland noch nicht weit ausgebreitet haben: “Nach den Genomsequenzierungen, die wir bisher haben, scheint es noch nicht sehr verbreitet zu sein”, sagte Spahn in der ARD-Talksendung “maischberger. die woche”. Die Epidemiologen seien jetzt dran. Wenn sich eine Ausbreitung bewahrheiten sollte, würde das einen Riesenunterscheid im Umgang mit dem Virus machen.

Spahn räumte ein, dass die Überwachung von Mutationen – die sogenannte Sequenzierung – in Deutschland bisher ungenügend war. “Wir bauen die Sequenzierung jetzt nochmal deutlich aus und werden auch rückwirkend noch mehr sequenzieren. Die Proben sind ja noch da.”

Der Gesundheitsminister sprach sich bei “maischberger. die woche” auch erneut gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte aus: “Ich glaube nicht, dass die Bereitschaft sich impfen zu lassen wächst, wenn wir zu solch einem Instrument greifen. Das wird nicht als Wertschätzung empfunden, wenn wir über den Kopf der Pflegenden hinweg entscheiden”.

Eine direkte Kritik, am bayerischen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vermied Spahn. Söder hatte die Impflicht am Dienstag ins Gespräch gebracht. Spahn beteuerte: “Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben.”

“maischberger. die woche” ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit Vincent productions GmbH.

 

ARD Das Erste/Redaktion: Elke Maar, 14.01.2021, Foto: Gescholten, selten geschont und nie gelobt: Jens Spahn bei Sandra Maischberger Foto: © WDR/Oliver Ziebe

Ein Kommentar

  1. Wenn man denn diesem Versprechen von Herrn Spahn Glauben schenken möchte – keine Corona-Impfpflicht in Deutschland -, dann braucht es , um diese Aussage glaubwürdig zu machen Gesetze, die “die Impfpflicht durch die Hintertür” verhindern.
    Solange dies nicht gesetzlich geregelt ist, kommt es (sehr praktisch für die Regierenden) sicherlich dazu, dass Geschäfte, Restaurants, Dienstleister aller Art einen Impfnachweis von ihren Kunden verlangen werden . Auf diesem Weg werden dann große Teile der Gesellschaft unter Druck gesetzt sich impfen zu lassen , da sie sonst vom Gesellschaftsleben weitestgehend ausgeschlossen sein werden.
    Ich fordere Herrn Spahn auf sich für eine derartige Regelung einzusetzen, denn nur dann ist sein Versprechen glaubwürdig und ernst zu nehmen.

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