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Drosten gibt düstere Prognose fürs Frühjahr

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Virologe Drosten warnt in der Corona-Pandemie vor einer dritten Welle mit Zehntausenden Neuinfektionen pro Tag

Berlin- Der Berliner Charité-Professor Christian Drosten hat “schlimme Befürchtungen”, was im Frühjahr und Sommer in Deutschland im Zug der Corona-Pandemie passieren könnte. Gegenüber dem “Spiegel” sagte Drosten: “Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden.”

Laut Drosten werden im Frühjahr und Sommer, wenn es wärmer wird, die Fallzahlen nicht sinken. “Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind”, sagt Drosten in einem Interview mit dem “Spiegel”. Das sei inzwischen aber nicht mehr so. Er befürchtet, jetzt könnten die Fallzahlen wie in Spanien im Sommer nach Beendigung des Lockdowns wieder schnell steigen, obwohl es sehr heiß war. Wichtig ist es laut Drosten deswegen auch, den R-Wert weiter zu senken. Deutschland solle versuchen, durch die Verschärfungen des Shutdowns auf einen Wert von 0,7 zu kommen. “Dann halbieren sich die Fallzahlen in nur einer Woche, und man kann es schaffen, sie so stark zu senken, dass wir die Ausbreitung von B.1.1.7 stoppen oder uns zumindest einen Vorsprung verschaffen können”, sagt Drosten.

 

dpa/ntv/spiegel/psm, 22.01.2021, Foto: Prof. Dr. Christian Drosten. Foto: Peitz / Charité

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