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Ecuador – Rebellion und mindestens 75 Tote

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Blutbad in Ecuador – Bandenkrieg hinter Gittern

In mehreren Gefängnissen in Ecuador ist es zu gewalttätigen Aufständen gekommen. Laut Polizei starben dabei 75 Häftlinge. In den Zellen wurden Schusswaffen, Macheten und Messer gefunden.

Auslöser der Auseinandersetzung war offenbar ein interner Machtkampf innerhalb der Bande Los Choneros, nachdem deren obersten Anführer José Luis Zambrano alias “Rasquiña” im Dezember getötet worden war. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung hatte ein Justizvollzugsbeamter zuletzt Schusswaffen in das Gefängnis von Guayaquil geschmuggelt. Die Waffen sollten offenbar für Anschläge auf Mitglieder rivalisierender Gruppen innerhalb der Gang dienen.

Los Choneros ist die mächtigste kriminelle Organisation Ecuadors. Die Bande ist in Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Auftragsmorde verwickelt und soll mit mexikanischen und kolumbianischen Verbrechersyndikaten zusammenarbeiten. Innenminister Patricio Pazmiño sprach von einer konzertierten Aktion krimineller Organisationen. Präsident Lenín Moreno kündigte den Einsatz des Militärs an. “Als Konsequenz der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden in drei Gefängnissen des Landes, habe ich die Streitkräfte beauftragt, die Außenbereiche der Haftanstalten strikt auf Waffen, Munition und Sprengstoff zu kontrollieren”, schrieb der Staatschef auf Twitter.

Zahl der Toten schnell gestiegen

Nachdem die Sicherheitskräfte die Haftanstalten wieder unter Kontrolle gebracht hatten, durchsuchten die Ermittler die Zellen. Dabei wurden in Guayaquil Schusswaffen, Macheten, Messer und Mobiltelefone sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Zunächst war am Dienstag von zehn Toten die Rede gewesen. In einer Haftanstalt in der Hafenmetropole Guayaquil seien acht Menschen getötet worden, teilte Polizeichef Patricio Carrillo mit. In Cuenca kamen bei Krawallen demnach zwei Menschen ums Leben. Später stiegen die Zahlen dann rasch an.

Ecuador: In den 50 Gefängnissen Ecuadors beträgt die Zahl der Insassen etwa 38.000 Personen, dh die Überbevölkerung beträgt etwa 30%. Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die Regierung beschlossen, alternative Strafen für Vergehen zu verhängen, um die überfüllte Gefängnisbevölkerung zu reduzieren, die vor Ausbruch der Gesundheitskrise des Landes 42% erreichte.

 

ARD/DPA/Newsroom Athen 9,84/PSM, 24.02.2021, Foto: Bandenkrieg hinter Gittern/Blutbad in Ecuador © Newsroom Athen 9,84

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