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Rumänien setzt Astrazeneca-Einsatz aus

Veröffentlicht von Presse

Vier Länder setzen Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff aus

Berlin- In Dänemark wird vorübergehend niemand mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca geimpft. Der Grund: Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln. Auch Rumänien, Norwegen und Italien reagieren.

Regierungschefin Mette Frederiksen bestätigte Reportern vor einem Krankenhaus im dänischen Herlev, dass die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffes unterbrochen werde. Gesundheitsminister Magnus Heunicke sprach ebenso wie die Gesundheitsverwaltung von einer Vorsichtsmaßnahme.

Die europäischen Arzneimittelbehörden hätten vor dem Hintergrund eine Untersuchung des Impfstoffes eingeleitet. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe.

Auch Norwegen und Italien reagieren

Neben Dänemark setzt inzwischen auch Norwegen den Einsatz des Impfstoffes vom schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca aus, was als “reine Vorsichtsmaßnahme” bezeichnet wird.

Italien hat angekündigt, bestimmte Chargen zu verbieten. Die italienische Medizin-Aufsichtsbehörde Aifa kündigt an, die Verwendung bestimmter Chargen des AstraZeneca-Impfstoffes zu verbieten. Bei der Partie mit der Kennung ABV 2856 habe es einige ernstzunehmende negative Auswirkungen gegeben.

Nach Dänemark, Italien und Norwegen setzt nun auch Rumänien den Einsatz einer Charge des Impfstoffes vom schwedisch-britischen Konzern Astrazeneca aus. Laut rumänischer Behörden sehe man den Verwendungs-Stop als extreme Vorsichtsmaßnahme: “Die Entscheidung, die entsprechende Charge unter Quarantäne zu stellen, wurde ausschließlich aufgrund des in Italien gemeldeten Ereignisses getroffen.” Andere Dosen des Unternehmens würden aber weiterhin verwendet. Die Aussetzung soll andauern, bis die Europäische Arzneimittelagentur eine Untersuchung zu dem Fall abgeschlossen hat.

Regensburger Infektiologe: direkter Zusammenhang unwahrscheinlich

Ein deutscher Experte hält einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Astrazeneca-Impfung und dem Todesfall in Dänemark für unwahrscheinlich. “Ein direkter Zusammenhang ist nicht richtig vorstellbar, das kann auch Zufall sein”, so der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg.

“Das ist etwas Außergewöhnliches. Gefäßverschlüsse sind weder in den Zulassungsstudien aufgetaucht noch bei den Impfungen in England, und dort ist man sehr wachsam.” Bernd Salzberger, Infektiologe

Keine generelle Ablehnung von Astrazeneca

Nach dänischen Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es sei wichtig zu unterstreichen, dass man den Astrazeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung aussetze. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

 

dpa/BR/PSM, Foto:  Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca © AlexFedini