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Kein Osterurlaub an der Ostsee oder Nordsee

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Neue Corona-Beschlüsse  Was Sie jetzt zum Osterurlaub in diesem Jahr wissen müssen

Berlin- Jetzt ist es raus! Es wird nichts mit dem Urlaub an der Nordsee oder Ostsee zu Ostern! Von dem Gedanken, die Feiertage an der deutschen Küste zu verbringen, müssen sich die Menschen verabschieden. Das beschlossen Kanzlerin Merkel und die Länder-Chefs bei Corona-Gipfel am Montag.

Der Vorschlag der drei Küstenländer für kontaktarmen Urlaub, etwa in Ferienwohnungen, wurde laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) von den meisten Bundesländern und der Bundesregierung abgelehnt. “Wir haben dafür erreicht, dass es zusätzliche Hilfen für Gastronomie und Tourismus geben soll. Unser Ziel ist, auch diese Branchen, abgesichert durch eine Teststrategie, möglichst zeitnah Schritt für Schritt zu öffnen”, erläuterte Schwesig am frühen Dienstagmorgen in einer in Schwerin veröffentlichten Mitteilung.

Laut Bund-Länder-Beschluss sind weitere Öffnungsschritte frühestens vom 6. April an vorgesehen. In Mecklenburg-Vorpommern stand zuletzt etwa im Raum, dass die Außengastronomie öffnen könnte, zumindest in Regionen mit geringerem Corona-Infektionsgeschehen, wie in Rostock. Dies wird sich nun voraussichtlich um zwei Wochen verzögern. Eine Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Schwesig ist am geplant.

Nach Mallorca darf man fliegen, Urlaub im Inland, also auch an der Nordsee oder Ostsee, bleibt verboten. Ein Widerspruch – doch es ist nicht der einzige.

Das sind die drei großen Widersprüche im Überlick:

Der Corona-Gipfel beschloss Oster-„Ruhetage“. Das Land soll fünf Tage runterfahren, um die dritte Welle zu brechen. Dazu wird es sogar eine Maßnahme geben, die es bisher während der Corona-Krise in Deutschland nie gab, auch um Hamsterkäufe zu verhindern: Supermärkte müssen schließen!

Allerdings nur am Gründonnerstag. Am Karsamstag werden sie dagegen geöffnet haben. Was soll das bringen? Zu erwarten ist, dass die Kunden zum einen entweder am Mittwoch vor Ostern oder eben an diesem Samstag in die Geschäfte strömen werden. Inwiefern der eine Tag der Supermarkt-Schließungen bei der Pandemie-Bekämpfung helfen soll, erscheint wenig plausibel.

2. Widerspruch in den Oster-Beschlüssen: Keine Oster-Sonderregelung für Oma und Opa, selbst wenn sie geimpft sind

Mittlerweile ist ein Großteil der über 80-Jährigen geimpft, ebenso schon einige in den Jahrgängen darunter. Schon im vergangenen Jahr mussten die Großeltern auf Ostern mit den Enkeln verzichten, Weihnachten fiel ebenso als großes Familienfest aus. Jetzt wäre die Gelegenheit gewesen, in der Beschlussvorlage Sonderregeln für Geimpfte zu treffen.

Zwar ist eine private Zusammenkunft von zwei Haushalten mit fünf Erwachsenen möglich, aber was ist, wenn man noch Großeltern in zwei Haushalten hat, mütterlicher- und väterlicherseits? Auch umgekehrt gedacht: Hat man Enkel in mehreren Familien, dürfte man nach dieser Beschlussvorlage als Großeltern nur einen Familienzweig treffen.

3. Widerspruch in den Oster-Beschlüssen: Mallorca ist erlaubt – Nordsee und Ostsee nicht

Es wird weiter möglich sein, mit Hunderten im Flieger nach Mallorca zu fliegen, nicht aber mit der Familie in einem Campinwagen oder in einer Ferienwohnung an der deutschen Küste Osterurlaub zu machen. Der mögliche Effekt: Noch mehr Menschen werden sich für einen Auslandsurlaub entscheiden.

Dabei ist in Mallorca die gefährliche brasilianische Mutante bereits nachgewiesen worden, an Nord- un Ostsee bisher nicht. Appelle auf Reiseverzicht haben auch bisher kaum Wirkung erzielt, was man an den vollen Fliegern Richtung Spanien sieht. Ob die neue generelle Testpflicht vor dem Rückflug wirklich einige vor einer Reise auf die Balearen abschrecken wird, bleibt abzuwarten.

 

DPA/FUNKE Digital GmbH/PSM, Foto: Osterurlaub 2021 an der Ostee fällt aus © IStock

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