Italien- Staatsverschuldung steigt um mehr als 20 Prozentpunkte

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Staatsverschuldung von Italien bis 2025

Berlin- Angesichts der Corona-Pandemie ist die Staatsverschuldung in Italien um mehr als 20 Prozentpunkte gestiegen. Wie die italienischen Statistikbehörde Istat mitteilte, erhöhte sich die Verschuldung im vergangenen Jahr auf 155,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In Jahr 2019 betrug sie noch 134,6 Prozent des BIP.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Staatsverschuldung von Italien um über 30 Prozent erhöht und beträgt im Jahr 2019 rund 2,41 Billionen Euro. Italien gehört zu den Ländern mit der weltweit höchsten Schuldenquote. Innerhalb der Europäischen Union weist Griechenland zwar eine noch höhere Schuldenquote auf, aber in absoluten Zahlen ist in der EU nur noch Frankreich höher verschuldet als Italien.

Italiens Schulden – Gefahr für EU und Euro-Zone?

Italien ist Mitglied der Euro-Zone und wird von Anlegern regelmäßig als Problem für die Stabilität der Euro-Zone bewertet. Die Gründe für die Besorgnis der Anleger wie auch der europäischen Gemeinschaft sind zahlreich. Hohe Arbeitslosigkeit, veraltete Infrastruktur, ineffiziente Verwaltung und Vergreisung durch den demographischen Wandel waren die dringendsten Baustellen des Landes bevor Italien als erstes europäisches Land und mit voller Wucht von der Corona Pandemie getroffen wurde. Mit der Wirtschaftskrise werden die Schulden Italiens einerseits weiter wachsen, andererseits helfen die erstmals beschlossenen EU-Gemeinschaftsanleihen dem Land sich zu wesentlich günstigeren Konditionen zu refinanzieren. Aber mit den den geringen Wachstumsraten der vergangenen Jahre wird sich die Staatsverschuldung Italiens dauerhaft nicht verringern lassen.

Wie kommt es zur Staatsverschuldung?

Die Staatsverschuldung wird in absoluter Höhe der Landeswährung ausgedrückt. Die Schuldenquote/Staatsschuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Übersteigen die Staatsausgaben die Staatseinnahmen, wird dies als Haushaltsdefizit bezeichnet (Gegenteil: Haushaltsüberschuss).

Der Staat benötigt Fremdkapital, um die Ausgaben finanzieren zu können. Dieses Fremdkapital versucht sich der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen am Kapitalmarkt zu leihen. Staatsanleihen sind verzinste Wertpapiere. Die Höhe der Verzinsung wird maßgeblich durch die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Staates bestimmt. Die Kreditwürdigkeit wird von Ratingagenturen eingeschätzt, die den Staaten Bonitätsnoten verleihen. Je zuverlässiger der jeweilige Staat von den Ratingagenturen eingeschätzt wird, desto höher ist sein Bonitätsranking und folglich desto geringer die Verzinsung seiner Wertpapiere (Je sicherer die Anlage, desto geringer die Verzinsung).

 

Statista/psm, Foto: Systembild für Italien- Staatsverschuldung © IStock