Segelohren, Presse,News,Medien,Aktuelle

Gravierende Folgen durch Maskenpflicht?

Veröffentlicht von Presse

Verursachen Masken Segelohren?

München. Im zweiten Jahr der Pandemie* ist die FFP2-Maske zur Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch drängen sich im Laufe der Corona*-Krise diverse Fragen auf. Wir lassen Experten antworten.

Fragen in der Corona-KriseVerursachen Masken Segelohren?

Eigentlich ist die Ohrmuschel dafür da, den Schall aufzufangen. Seit gut einem Jahr hat sie aber noch eine weitere Aufgabe: Sie gibt den Gummibändern der FFP2-Maske* Halt.. Droht jetzt das große Segelohr-Syndrom? „Wenn man sie nicht falsch und über einen längeren Zeitraum trägt, machen Masken keine Segelohren“, sagt Dr. Katharina Storck, Oberärztin der Plastischen Gesichtschirurgie an der HNO-Klinik rechts der Isar.

Pauschal ausschließen kann man es aber nicht. „Es ist wichtig, die Masken richtig hinter dem Ohr in der Umschlagfalte, also nicht auf der Ohrmuschel, zu tragen“, sagt Storck. „Und wenn es wehtut, sollte die Position oder die Masken-Marke geändert werden.“ Sie warnt: „Vor allem bei Kindern sollte man darauf achten, dass sie die Maske nur so lange wie notwendig tragen, da der Knorpel noch weicher ist.“

Es gibt aber noch andere Probleme: offene Stellen hinterm Ohr. „Eine gute Hautpflege ist wichtig“, sagt die Ärztin. In der Klinik übrigens habe fast keiner mehr die Maske am Ohr befestigt. Es werden Bändchen hinterm Kopf verwendet.

Fragen in der Corona-Krise: Führen Masken zu erhöhtem Müllaufkommen?

„Der Anteil an Masken wird nicht getrennt erfasst, dürfte aber gewichtsmäßig keine große Rolle spielen“, sagt Evi Thiermann, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM). Aus hygienischen Gründen gehören die Masken in den Restmüll. Dessen Menge ist vergangenes Jahr zwar gewachsen, doch das lag wohl vor allem an Einwegverpackungen. 2019 waren es noch 305.954 Tonnen Müll in München. 2020 dann 314.262. In den Jahren zuvor war die Tendenz fallend. Weggeworfene Masken werden übrigens mit dem anderen Restmüll verbrannt.

Fragen in der Corona-Krise: Welche Wünsche haben Masken-Käufer? Bizarrer Vorschlag aus Asien

FFP2-Maske* waren im vergangenen Jahr zunächst einmal rar. Um zu helfen, gründete sich die Firma DG Medicare. Produziert werden die Masken des Münchner Unternehmens in Moorenweis (Landkreis Fürstenfeldbruck). „Derzeit stellen wir pro Tag 250.000 FFP2-Masken her“, teilt Pressesprecherin Bettina Rath mit.

Die Sonderwünsche der Kunden ließen nicht lange auf sich warten. „Viele wollten Bilder oder Firmenlogos auf die Masken drucken lassen“, erzählt Rath. Gemacht hat Medicare das nicht. Die Farben seien nicht natürlich und könnten eingeatmet werden. Außerdem könne die Schutzfunktion der Maske verloren gehen.

Einen interessanten Vorschlag gab es von einem ausländischen Süßwarenhersteller. Der schlug vor, in jede Maske eine Leckmuschel zu platzieren, „um den Kunden die Tragezeit zu versüßen“.

Fragen in der Corona-Krise: Sind wir durch die Masken stiller geworden?

Wir müssen mit Maske lauter sprechen, um verstanden zu werden. „Das ist aus physiologischer Sicht sehr anstrengend“, sagt Stimm- und Kommunikationstrainerin Christine Riedl von Sprechen-Person-Coaching. Das trifft vor allem Personen, die viel sprechen müssen, beispielsweise Lehrer.

Die Masken beanspruchen die Kiefermuskeln mehr und ziehen die Kraft aus dem Kehlkopf. „Das kann über einen längeren Zeitraum zu Störungen führen“, sagt Riedl. Andererseits gehe viel an Mimik und Nonverbalem verloren. „Wer also Missverständnisse vermeiden will und wortgewandt ist, spricht mehr.“ Bei Menschen, die nicht gern viel reden, könne es tatsächlich sein, dass sie durch die Maske noch stiller werden.

 

IPPEN.MEDIA/PSM/, Foto: Systembild für: Verursachen Masken Segelohren? © IStock