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Folgen der Unwetter – Zahl der Todesopfer steigt auf 81

Veröffentlicht von Presse

Hochwasser in Deutschland: Katastrophe durch Unwetter

Durch die Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind bereits mehr als 81 Menschen ums Leben gekommen. Das Ausmaß der Starkregenfälle ist noch nicht abzusehen. In zahlreichen Orten dauern die Rettungseinsätze noch an, viele Menschen werden derzeit noch vermisst. Politiker:innen verschiedener Parteien haben schnelle und unbürokratische Hilfen für die Betroffenen gefordert.

Berlin. Nach den heftigen Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setzen Rettungskräfte die Suche nach Vermissten fort. Die Bundeswehr hat zur Unterstützung inzwischen rund 900 Soldaten in die Katastrophengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geschickt. Stand Freitagmorgen wurden mindestens 81 Menschen Opfer der Unwetter.

Mehr als 50 Tote nach Hochwasser in Rheinland-Pfalz

16.7.2021, 6:53 Uhr – Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz.

Mehrere Häuser in Erftstadt-Blessem eingestürzt

16.7.2021, 6:50 Uhr – In Erftstadt-Blessem sind mehrere Häuser ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Aus den Gebäuden kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten zurzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

Rurtalsperre läuft über – aber weniger stark

16.7.2021, 1:32 Uhr – Seit Mitternacht läuft in Nordrhein-Westfalen die Rurtalsperre über. Allerdings „mit einer geringen Dynamik“ als erwartet, wie der Wasserverband Eifel-Rur mitteilte. Trotzdem könnten Häuser überflutet werden. Der Wasserverband warnte, Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Auch sollten vollgelaufene Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr von Stromschlägen bestehe.

US-Präsident Biden spricht Anteilnahme aus

16.7.2021, 1:03 Uhr – US-Präsident Joe Biden hat Deutschland seine „aufrichtige Anteilnahme“ wegen der verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausgesprochen. „Es ist eine Tragödie“, sagte Biden in Washington beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben.“ Merkel bedankte sich für die Anteilnahme. Sie habe sich während ihrer Washington-Reise über die Geschehnisse in Deutschland auf dem Laufenden halten lassen. „Das Leid der Betroffenen geht mir sehr nahe“, sagte die Kanzlerin.

Polizei: „Nicht ins Katastrophengebiet fahren!“

15.7.2021, 23:37 Uhr – Die Polizei in Koblenz hat davor gewarnt, in die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen zu fahren. „Bitte fahrt nicht in das Katastrophengebiet, um selbst nach Angehörigen zu suchen oder Hab und Gut zu sichern“, schrieb sie auf Twitter.

 

 

Kreis Ahrweiler: 1.300 Menschen vermisst oder nicht zu erreichen

15.7.2021, 23:16 Uhr – Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler werden noch 1.300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Abend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt – und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. „Wir hoffen, dass sich das klärt“, sagte sie zu der hohen Zahl. Rund 3.500 Menschen seien aktuell in mehreren Betreuungseinrichtungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht.

Borussia Dortmund kündigt Benefizspiel für Opfer an

15.7.2021, 22:52 Uhr – Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat finanzielle Hilfe für die Opfer angekündigt. „Auch der BVB wird seinen Teil dazu beitragen, um den Betroffenen zu helfen und die Einnahmen eines Benefizspiels, das wir möglichst in Hagen bestreiten möchten, den Opfern zukommen lassen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einer Vereinsmitteilung. Die entsprechenden Gespräche sollen in den kommenden Tagen aufgenommen werden.

 

 

Rurtalsperre in NRW vollgelaufen

15.7.2021, 22:47 Uhr – In Nordrhein-Westfalen ist eine weitere Talsperre den Wassermassen nicht gewachsen. Die Rurtalsperre im Eifelort Heimbach soll eigentlich den größten Stausee des Landes, den Rursee, zurückhalten. Nun könnte so viel Wasser über die Staumauer laufen, dass hunderte Häuser überschwemmt werden. In mehreren Städten wie Düren und Jülich müssen jetzt Häuser evakuiert werden.

Neun der Toten kommen aus einer Behinderteneinrichtung

15.7.2021, 22:07 Uhr – Bei den neun weiteren Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, handelte es sich um Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Das sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Abend. Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden können.

Zahl der Todesopfer nach Unwettern steigt

15.7.2021, 20:07 Uhr – Durch die Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz haben neun weitere Menschen ihr Leben verloren. Damit erhöht sich die Zahl der Toten auf 28. Die Feuerwehr hätte die neun weiteren Opfer geborgen, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) im SWR. Etwa 50 bis 70 Personen werden laut Lewentz derzeit noch vermisst.

Scholz: „Angelegenheit von nationaler Bedeutung“

15.7.2021, 20:01 Uhr – Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nannte die Flut-Katastrophe bei einem Besuch am Nachmittag in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Innenminister Roger Lewentz (SPD) machte er sich ein Bild der Zerstörung. Die Bilder vor Ort seien erschütternd, so Scholz. Die Bundesregierung bereite Unterstützung für die betroffenen Länder, Kreise, Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger vor. Scholz brachte die Katastrophe in direkte Verbindung mit dem Klimawandel. Es müsse Verpflichtung gegenüber den Opfern und Ansporn sein, alles dafür zu tun, um den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten.

Merkel: Häufung von Extremwetterereignissen fordert zum Handeln auf

15.7.2021, 19:23 Uhr – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht mit Sorgen auf die Häufung von Extremwetterereignissen. An der Johns-Hopkins-Universität in Washington sagte sie: „Wir haben zunehmend Extremwetterereignisse. Die Fluten, die einige Teile Deutschlands im Augenblick erleben und die wirklich dramatisch sind mit vielen tragischen Todesfällen auch, sind ein Beispiel dafür.“ Merkel nannte als weiteres Beispiel die Feuer in Kalifornien.

Wenn wir uns über die Jahreszahlen das anschauen, dann hat es immer mal einen Sturm und eine Flut gegeben. Aber die Häufung macht einfach Sorge und fordert uns zum Handeln auf.

Steinbachtalsperre in NRW droht einzubrechen

15.7.2021, 17:13 Uhr – An der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), der Nachrichtenagentur dpa. Von der Evakuierung seien 4.500 Einwohner betroffen. Der Kreis Euskirchen ist offenbar mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen.

Bundesregierung plant Hilfsprogramm für Betroffene

15.7.2021, 16:41 Uhr – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt den Opfern der Überschwemmungen die Hilfe der Bundesregierung in Aussicht. Sie habe darüber bereits mit Finanzminister Olaf Scholz gesprochen. Man werde darüber auch in der Bundesregierung sprechen, welche Hilfe man bei den anstehenden Aufbauarbeiten leisten könne, sagt Merkel in Washington. „Sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates, von Bund, Ländern und Gemeinden, gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern.“

Dreyer: 50 Millionen Katastrophenhilfe vom Land

15.7.2021, 15:48 Uhr – Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird eine Katastrophenhilfe für die Unwetterregionen in Höhe von 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dies sei auf der Sondersitzung des Kabinetts beschlossen worden, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im SWR. Das Geld solle sehr schnell bereit gestellt werden. Es solle helfen, die Einrichtungen und die Infrastruktur in den Kommunen ganz schnell wieder aufzubauen. Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Scholz hätten ihr in Telefonaten finanzielle Unterstützung durch den Bund zugesagt. Darüber sei sie sehr froh, so Dreyer, denn eine solche Katastrophe habe das Land noch nicht erlebt.

Baerbock fordert schnelle und unbürokratische Hilfe

15.7.2021, 15:20 Uhr – Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fordert rasche Unterstützung für die Betroffenen des Unwetters. Baerbock erklärt per Twitter, sie habe sich von der rheinland-pfälzischen Vizeministerpräsidentin Anne Spiegel (Grüne) „von den erschütternden Ausmaßen der Überschwemmungen“ berichten lassen. „Die Rettungskräfte tun alles, was sie können, unter Einsatz ihres Lebens“, schreibt die Grünen-Parteichefin. „Das ist eine unglaubliche Leistung. Sie ihre Arbeit machen zu lassen und so gut wie möglich zu unterstützen, ist das Gebot der Stunde.“ Den Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stünden, müsse schnell und unbürokratisch geholfen werden.

 

 

Schaulustige in Koblenz behindern Einsatzkräfte

15.7.2021, 15:15 Uhr – Schaulustige behindern laut Polizei die Einsatzkräfte. „Was die Hilfskräfte an den vielen Einsatzstellen überhaupt nicht gebrauchen können, sind Gaffer, von denen einige offenbar nichts Eiligeres zu tun hatten, als die Anfahrts- und Rettungswege zu belegen“, twittert der Koblenzer Polizeisprecher Ulrich Sopart. „Seht von nicht notwendigen Besuchen ab!“

 

 

Polizei Köln meldet 20 Tote nach Unwetter in NRW

15.7.2021, 14:37 Uhr – Als Folge der Unwetter sind allein im Köln-Bonner Raum mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Kölner Polizei teilt mit, dass neben den zwei in der Dom-Stadt geborgenen Leichen mittlerweile 15 Tote aus dem Kreis Euskirchen und drei Tote aus Rheinbach gemeldet würden. Noch seien nicht alle gesichteten Toten geborgen und identifiziert.

 

 

 

 

 

In großen Teilen von Ehrang gibt es laut Stadt keinen Strom mehr. Die Polizei hat die Anwohner dazu aufgerufen, einen großen Bogen um Ehrang zu machen und auch die Zubringerstraßen für Rettungskräfte freizuhalten.

Im Landkreis Trier-Saarburg treiben drei Menschen im Fluss Sauer, deren Rettung sich als schwierig erweise. Es könnten wegen der starken Strömung keine Boote eingesetzt werden, teilte der Kreis mit. Außerdem sollten die Menschen die Überschwemmungsgebiete meiden.

Von der Leyen: EU bereit zu helfen

15.7.2021, 11:40 Uhr – Die Europäische Union springt den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden zu Hilfe. „Die EU ist bereit zu helfen“, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU). Über den Europäischen Zivil- und Katastrophenschutz könnten die Länder Hilfsmaßnahmen anfordern.

 

 

Hagener Oberbürgermeister erwartet Unwetter-Hilfe vom Staat

15.7.2021, 11:35 Uhr – Der Hagener Oberbürgermeister Erik Schulz (parteilos) erwartet für die Bewältigung der Unwetter-Schäden staatliche Hilfe. „Die Schäden, die hier entstanden sind, werden wir aus eigener Kraft so nicht stemmen können“, sagt Schulz bei ntv. „Da brauchen wir Unterstützung von Bund und Land.“ Wie hoch die Schäden seien, könne man im Moment zwar noch nicht sagen. „Wir gehen aber davon aus, dass ein, zwei Brücken abgängig sind und an weiteren Brücken Schäden entstanden sind.“ Man müsse kein Prophet sein beim Anblick des Straßenbildes, dass da „ein erheblich immenser Schaden“ entstanden ist. Hinzu kämen all die Schäden im privaten Bereich. „Auch die werden immens sein.“ Schulz bezifferte die Zahl der Einsatz- und Hilfskräfte mit über 600 inklusive 200 Bundeswehrsoldaten.

Acht Tote im Kreis Euskirchen nach Überflutungen

15.7.2021, 11:08 Uhr – Auch im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen ist die Lage dramatisch. Im Moment seien acht Todesfälle bekannt, teilt der Kreis über Facebook mit. „Die Kommunikation ist weitgehend ausgefallen, in vielen Teilen des Kreises sind Internet und Telefonverbindungen eingeschränkt“, heißt es in dem Situationsbericht. Auch die Notfallnummer 112 sei nicht erreichbar. Sehr kritisch sei die Lage in Schleiden, Gemünd und Oberhausen. „Es finden Menschenrettungen statt. Teilweise besteht kein Zugang.

Telefonleitungen zu Polizeistationen im Hochwassergebiet gestört

15.7.2021, 10:54 Uhr – Wegen der Hochwasserlage in der Eifel sind die Polizeiinspektionen in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Adenau zurzeit telefonisch nicht erreichbar. „Die Telefonleitungen dorthin sind allesamt gestört“, teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit. Für dringende Anrufe, etwa zu Vermissten, solle die Rufnummer 0800 65 65 65 1 gewählt werden. Die Polizei bat um Geduld. „Die Vielzahl der Anrufe wird sicherlich eine Wartezeit verursachen.“ Der Notruf 112 oder 110 solle nur in dringenden Fällen anrufen werden. „Auskünfte werden dort auf keinen Fall gegeben.

 

SRW/PSM/ARD/DPA/Presse.Online, Foto: Systembild für Hochwasser © IStock