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Flutkatastrophe – Zahl der Toten auf mindestens 106 gestiegen

Veröffentlicht von Presse

Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen: Zahl der Toten und Verletzten steigt

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist die Zahl der Toten auf mehr als 100 gestiegen.

Berlin. Allein in Rheinland-Pfalz kamen mindestens 63 Menschen in den Fluten ums Leben. Vor allem entlang der Ahr sind noch zahlreiche Orte überflutet. Im besonders betroffenen Landkreis Ahrweiler werden nach Behördenangaben noch hunderte Menschen vermisst. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer erklärte, in einigen Ortschaften hätten sich apokalyptische Szenen abgespielt. Besonders tragisch sei die Situation in Sinzig, wo zwölf Bewohner einer Behinderteneinrichtung ertranken.

In Nordrhein-Westfalen starben mindestens 43 Menschen. Weiterhin dramatisch ist die Situation in Erftstadt südlich von Köln, wo es zu schweren Erdrutschen kam. Mehrere Häuser stürzten ein, gesperrte Teile der Autobahn 1 fielen in den Fluss Erft. Ministerpräsident Laschet sprach von einer „Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß“. Es sei zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter stiegen.

Nach einem Aufruf der Stadt Bonn, Menschen aus Hochwassergebieten eine Unterkunft anzubieten, sind bei der Verwaltung Hilfsangebote für mehr als 1000 Betroffene eingegangen. Viele Privatpersonen wollten bis zu drei Menschen aufnehmen, und Hotels stellten bis zu 50 Doppelzimmer zur Verfügung, teilt die Stadt mit. “Wir sind überwältigt von der Vielfalt und der Fülle der Angebote. Weitere brauchen wir im Moment nicht mehr”, erklärt Oberbürgermeisterin Katja Dörner. Ab jetzt sollten die Telefonleitungen für Hilfesuchende frei gehalten werden. Zudem suche ein Mitarbeiter der Stadt vier große Sammelunterkünfte auf, um die Menschen dort über das Angebot zu informieren. Angesprochen seien Hochwasser-Geschädigte aus Bonns stark betroffenen Nachbarkreisen Ahrweiler, Euskirchen und Rhein-Sieg.

 

 

Auch die Stadt Königswinter rief ihre Bürger auf, Hochwasser-Opfern für eine Übergangszeit kostenlos Wohnraum zur Verfügung zu stellen. “Das kann ein Zimmer in einer WG, ein ungenutztes Gästezimmer, eine Etagen- oder Kellerwohnung, oder ein derzeit leerstehendes Ferienhaus sein”, heißt es in einer Mitteilung.

Weniger gute Nachrichten gibt es vom Energiekonzern RWE: Die Suche nach einem im Tagebau Inden von Wassermassen mitgerissenen Mitarbeiter wurde aufgegeben. Alle Anstrengungen, den 58-Jährigen zu finden, “sind leider ohne Erfolg geblieben”, teilt der Konzern mit. Vermutlich könne nicht mehr davon ausgegangen werden, den Mitarbeiter noch lebend zu finden. Die Hochwasser führende Inde hatte bei Lamersdorf einen Deich überspült und war anschließend in den Tagebau eingedrungen. Der Mann, der bei einer Partnerfirma beschäftigt war, wurde demnach von den Wassermassen mitgerissen.

Als Zeichen der Trauer um die Opfer hängen die Flaggen in Nordrhein-Westfalen von Freitag bis Montag auf Halbmast. Eine entsprechende Anordnung erteilte Innenminister Herbert Reul. Die Anordnung gilt demnach für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie weitere Einrichtungen, die der Aufsicht des Landes unterliegen. Auch in Rheinland-Pfalz hingen am Freitag die Flaggen auf Halbmast.

 

dpa/psm/presse.online, Foto: Systembild für Hochwasser © Istock