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15 Prozent der Jugendlichen vollständig geimpft

Veröffentlicht von Presse

Jens Spahn lehnt eine Impfpflicht für Schüler trotz Stiko-Empfehlung ab

Die Ständige Impfkommission hat eine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen.

Wie das Gremium am Montag mitteilte, komme man nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten zu der Einschätzung, “dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.” Trotz Empfehlung lehnte Bundesgesundheitsministe Spahn (CDU) im “ARD-Morgenmagazin” eine Impfpflicht für Schüler ab – eine derartige Maßnahme würde den Präsenzunterricht gefährden.

Am vergangenen Dienstag haben Bund und Länder zudem neue Corona-Maßnahmen beschlossen – demnach wird es für Ungeimpfte ab Ende August deutlich aufwendiger, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für sie wird es eine verstärkte Testpflicht für bestimmte Innenräume geben.

Kölner Kinderklinik-Chef verteidigt Stiko gegen Kritik aus der Politik – “Druck war nicht nötig”

Der Chef der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Kölner Uniklinik Jörg Dötsch begrüßt die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die Corona-Impfung für Jugendliche ab 12 Jahren zu empfehlen. “Die Tatsache, dass die Stiko trotz des hohen politischen Drucks so lange und gründlich geprüft hat, sollte Vertrauen schaffen bei den Eltern”, sagt er im Podcast “Talk mit K” des “Kölner Stadt-Anzeiger”. Dötsch, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist, verteidigt die Stiko zudem gegen die massive politische Kritik in den vergangenen Wochen, die unter anderem vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach geäußert wurde. Dieser hatte gesagt, die Stiko habe sich in der Frage der Corona-Impfungen für Kinder möglicherweise “ein bisschen verrannt” und ihr eine “Außenseiterposition” bescheinigt. Dötsch sieht das völlig anders. “In der Stiko sitzen unabhängige Expertinnen und Experten, die Organisation ist unglaublich gründlich und professionell. Es ist wichtig, einer solchen Instanz auch Vertrauen entgegenzubringen.” Er gehe nicht davon aus, dass der politische Druck die Stiko nun in ihrer Entscheidung beeinflusst habe, “der Druck war auch nicht nötig”. Den Vorschlag der NRW-Grünen, Impfungen auf dem Schulhof durchzuführen, sieht er kritisch: “Wir sollten nicht Qualität gegen Schnelligkeit austauschen.”

 

dpa/Kölner Stadt-Anzeiger/Presse.Online, Foto: Bundesgesundheitsministe Spahn (CDU) (C) BMG