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Bedeutet geringe Impfquote auch niedrigen Inzidenzen?

Veröffentlicht von Presse

Geringe Impfquoten bei niedrigen Inzidenzen: Deutsche Bundesländer erstaunen mit ihren Corona-Kennzahlen

Deutschland steht vor dem zweiten Corona-Herbst. Die vierte Welle ist angekommen. Allerdings vor allem im Westen. Mitteldeutschland dagegen meldet ein weitgehend ruhiges Infektionsgeschehen.

Berlin. Das eigentliche Ziel einer Immunisierung von 80 Prozent scheint derzeit illusorisch. Weit in die Ferne gerückt ist es insbesondere im Osten der Bundesrepublik. Mit Ausnahme von Berlin liegen alle weiteren fünf Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – teils deutlich unter dem Bundesschnitt. Sachsen bildet gar das Schlusslicht, nur 53 Prozent sind im Freistaat vollständig geimpft – um 19 Prozentpunkte weniger als beim Spitzenreiter Bremen.

Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, der CDU-Politiker Marco Wanderwitz, sieht einen Zusammenhang zwischen Impf-Skepsis sowie -Ablehnung und der traditionellen Stärke der AfD im Osten. Dort erreichen die Nationalpopulisten – mit Ausnahme von Berlin – bei Landtagswahlen mehr als 20 Prozent. “Sämtliche AfD-Funktionäre leugnen Corona und raten vom Impfen ab. Das bedeutet in der Folge, dass sich der durchschnittliche AfD-Wähler nicht impfen lässt”, sagt der Sachse. Und am stärksten ist die AfD in Sachsen, wo die Impfquote am niedrigsten ist.

Die AfD verwahrt sich gegen Wanderwitz’ Darstellung und sieht sich als einzige Partei, die “für die Freiheit für alle Bürger, egal ob geimpft oder ungeimpft” eintritt, so Alice Weidel, Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl in zwei Wochen. Sie lehnt unterschiedliche Zutrittsregelungen je nach Impfstatus ab.

Daten für sämtliche östliche Bundesländer sind zwar nicht verfügbar. Für Sachsen stellten Forscher der TU-Dresden in einer Studie im Juni aber fest, dass in Regionen mit höheren AfD-Wähleranteilen auch die Impfskepsis verbreiteter ist. In Brandenburg sagten laut einer ARD-Umfrage vom Mai ein Drittel der AfD-Anhänger, dass sie sich auf keinen Fall impfen lassen wollen.

Die geringe Impfquote könnte auch mit den niedrigen Inzidenzen im Osten zusammenhängen. Während im Bundessschnitt 84 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern zu verzeichnen sind, zählt Sachsen nicht einmal 38. Bürger könnten daher im Sommer die Dringlichkeit der Impfung unterschätzt haben. Umgekehrt kämpft das Impf-Musterland Bremen mit der höchsten Inzidenz von 124.

Länder verschärfen Maßnahmen

Einen weiteren Erklärungsversuch hat Sachsens Sozialministerium parat. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen habe es geringere Testpflichten gegeben. Wie schnell jedoch die gemeldeten Corona-Fälle steigen können, zeigte sich im vergangenen Jahr im Besonderen im Osten, in Thüringen und Sachsen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der sich damals gegen die strenge Lockdown-Politik von Angela Merkel gestellt hatte, gestand später freimütig ein: “Die Kanzlerin hatte recht, und ich hatte unrecht.”

Seit dieser Woche läuft in allen Ost-Bundesländern wieder der Schulbetrieb, die Infektionen werden vermutlich rasch steigen. “Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben und wir werden ähnlich dramatische Verhältnisse haben wie im vergangenen Herbst”, sagt Wanderwitz zur Funke Mediengruppe.

Eine schlechtere Großwetterlage könnte die Impfbereitschaft allerdings erhöhen. Neben dem Hoffen auf freiwillige Verabreichung des Vakzins setzen die deutschen Bundesländer auch auf striktere Maßnahmen. Sie prüfen, ob Ungeimpfte, die sich in Quarantäne befinden, nicht mehr staatlichen Ersatz für entgangenen Lohn erhalten. Nordrhein-Westfalen kündigte am Freitag an, eine entsprechende Regel trete mit 11. Oktober in Kraft. Im Osten wälzt ein Bundesland ähnliche Pläne: das rot-schwarz regierte Mecklenburg-Vorpommern.

 

APA/PSM/Presse.Online, Foto: Systembild: Geringe Impfquoten bei niedrigen Inzidenzen © IStock

Ein Kommentar

  1. Ich verwahre mich hiermit aufs Schärfste zu der Verbindung AfD und Impfskeptiker und möchte dem Ostbeauftragten der Bundesregierung eindeutig sagen, daß er seinem namen Wanderwitz nicht auch noch Taten dazu folgen müssen. Nach meiner Wahrnehmung sind Sie unmöglich in der Kenntnis und deutlich einseitig Merkeltreuer Vasalle. Sie sollten vielleicht versuchen mal Mensch zu werden und nicht nur Sprachrohr einer Frau die Deutschland in 16 jahre näher dem Abgrund gebracht hat. Nichts von den Aufgaben außer der Diätenerhöhung ist erfüllt. Ich werde Ihnen eines Tages Ihre Dummheit öffentlich beweisen!!!! Aus meiner Sicht eines kleinen unbedeutenden Bürgers denn auch wir haben Wahrnehmungen auf der Grundlsge der Basis der Lebensweise des Normalos !

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