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Deutschland wählt seinen Bundestag

Veröffentlicht von Presse

Erstmals bewirbt sich bei einer Bundestagswahl in Deutschland kein amtierender Bundeskanzler um eine Wiederwahl

Wahltag in Deutschland

Berlin. In Deutschland wird heute ein neuer Bundestag gewählt. Nach Umfragen zeichnet sich in Europas größter Volkswirtschaft ein Machtwechsel ab. Mit der Wahl endet die Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nicht mehr antritt. Laut Meinungsumfragen drohen Merkels CDU und deren bayerischer Schwesterpartei CSU mit Spitzenkandidat Armin Laschet empfindliche Stimmenverluste. Stärkste Kraft sind demnach die mitregierenden Sozialdemokraten (SPD) mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz. An dritter Stelle rangieren die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Deutschland wählt einen neuen Bundestag

In Deutschland wird am 26. September ein neuer Bundestag gewählt. Rund 60,4 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die politischen Kräfteverhältnisse in Europas größter Volkswirtschaft für die kommenden vier Jahre zu entscheiden. Die Wahl besiegelt das Ende der Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel (67), die nach fast 16 Jahren Amtszeit nicht mehr antritt.

Der Bundeskanzler wird in Deutschland nicht direkt gewählt, sondern vom neuen Parlament. Dennoch spielt die Person des Spitzenkandidaten bei der Wahlentscheidung für eine Partei eine große Rolle. Merkels Christdemokraten (CDU) und deren bayerische Schwesterpartei CSU haben den CDU-Vorsitzenden und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (60) als gemeinsamen Kanzlerkandidaten aufgestellt.

Die Sozialdemokraten (SPD) gehen mit Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (63) ins Rennen, die Grünen mit ihrer Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock (40). Es ist das erste Mal in der gut 40-jährigen Geschichte der Öko-Partei, dass diese eine Kanzlerkandidatin nominiert. In den Umfragen hat die SPD dank Scholz’ Popularität die CDU/CSU von ihrer langjährigen Position als stärkste politische Kraft im Lande verdrängt. Jene rangiert derzeit vor den Grünen auf Platz zwei.

Im Bundestag dürfte laut Umfragen erstmals nur ein Bündnis aus mindestens drei Parteien eine Mehrheit der Sitze erreichen. Der Kanzlerwahl könnten langwierige Sondierungen und Koalitionsverhandlungen vorausgehen. Merkels Amtszeit endet mit der Konstituierung des Bundestages einen Monat nach der Wahl. Sie würde aber bis zur Vereidigung eines Nachfolgers geschäftsführend im Amt bleiben.Derzeit wird Deutschland von einer schwarz-roten Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert. Bei der Bundestagswahl 2017 wurde die Union mit 32,9 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD mit 20,5 Prozent. Die rechtspopulistische AfD zog mit 12,6 Prozent erstmals ins Parlament ein. Viertstärkste Fraktion wurde die FDP (Liberale) mit 10,7 Prozent vor der Linken (9,2) und Grünen (8,9).

Zeitgleich mit der Bundestagswahl werden in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern neue Regionalparlamente gewählt. In beiden Ländern liegen die Sozialdemokraten in den Umfragen vorne. In Berlin könnte mit der SPD-Politikerin Franziska Giffey erstmals eine Frau die Spitze der Stadtregierung übernehmen.

 

APA/Presse.Online, Foto: Deutschland wählt seinen Bundestag © IStock