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Corona 80 Prozent Ungeimpfte – das stimmt wohl nicht?

Veröffentlicht von Presse

Inzidenz bei Ungeimpften: Zweifel an der Berechnung: Bayern und Hamburg rechnen Status unbekannt den ungeimpften zu

Berlin Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen stark, die Intensivstationen laufen voll – und der Großteil der Menschen, die dort landen, sollen ungeimpft sein. Politiker und Mediziner sprachen öfter von einer „Pandemie der Ungeimpften

Eine „Pandemie der Ungeimpften“? Was ist an der Annahme dran

Am 18. November setzte der CSU-Chef einen Post auf Twitter ab, in dem er schrieb: „Leider nehmen die Corona-Infektionen gerade bei Ungeimpften dramatisch zu. Die Inzidenz von Ungeimpften liege in Bayern bei 1469, bei Geimpften dagegen bei lediglich 110. Es gibt einen direkten Zusammenhang von niedrigen Impfquoten und hohen Infektionsraten. Lassen Sie sich daher bitte impfen. Nur Impfen hilft.“ Grundsätzlich hatte Söder mit der Aussage „nur Impfen hilft“  vielleicht recht, aber die Zahlen, die er dafür als Grundlage nahm, stimmten so nicht..

 

Viele Menschen mit Impfstatus “unbekannt” erfasst

Inzwischen ist an die Offenheit gekommen: Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), das die Daten in Bayern erfasst, kennt nach “Welt“-Recherchen offenbar oft gar nicht den Impfstatus der einzelnen Infizierten. Statt nun aber die Fälle mit unbekanntem Status rauszurechnen, werden sie den Ungeimpften zugerechnet.

Die Schieflage kann dabei gravierend sein. So wurden laut einem Behördensprecher beispielsweise für die Woche vor dem 24. November insgesamt 81.782 Corona-Fälle gemeldet – 9641 Infizierte mit vollständigem Impfschutz, 14.652 ohne Impfschutz und 57.489 mit Impfstatus “unbekannt“. Diese 57.489 Infizierten wurden dann aber laut LGL der Gruppe der Ungeimpften zugerechnet – mit erheblichen Folgen für den Inzidenzwert für Ungeimpfte.

Offenbar ist Bayern kein Einzelfall. Auch Hamburg nimmt es mit der Wahrheit nicht ganz so genau, und hat die Zählweise entsprechend angewandt, wie ein Sprecher des Hamburger Senats der “Welt” bestätigte.

FDP-Fraktionschef Hagen will eine „rückhaltlose Aufklärung“

Eine Zählweise, die auch in Hamburg zum Einsatz kommt. Dies bestätigte ein Sprecher des Senats der Welt. Für den Fraktionschef der bayerischen FDP, Martin Hagen, kaum nachvollziehbar. Er fordert jetzt eine „rückhaltlose Aufklärung“. Er sagte der Welt: „Der Verdacht, dass staatliche Behörden der Öffentlichkeit mit verzerrten Statistiken bewusst ein falsches Bild vermitteln, wiegt schwer.“ Und an den CSU-Chef gewandt, fragt er: „Wusste Söder, dass die Zahlen, mit denen er seine Politik begründet, manipuliert sind?“

 

Welt/presse.online, Foto: Werden die Inzidenzen unter Geimpften und Ungeimpften falsch aufgeschlüsselt? Söder ging mit den Zahlen des LGL noch hausieren © Josef A. Preiselbauer