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Höchstmaß an Kaltherzigkeit – Soziale Kälte in Berlin

Veröffentlicht von Presse

Berlin: Obdachlose von Bahnsteig verbannt

Obdachlose ohne 3G-Nachweis dürfen sich nicht mehr auf Bahnsteigen aufwärmen.

Berlin. Durch die Corona-Maßnahmen der Politik könnte 2021 die Zahl der Kältetoten, je nach Verlauf des Winters einen neuen Höchststand erreichen. Denn nicht nur die Zahl der Menschen, die auf der Straße gelandet sind, ist angestiegen.

In der Europäischen Union gibt es 70 Prozent mehr Obdachlose als noch vor 10 Jahren. „Jede Nacht sind über 700.000 Menschen in Europa obdachlos“, heißt es von Seiten der EU und Corona trage entscheidend dazu bei.

Im rot-rot-grünen Berlin sperrt man nun allerdings Obdachlose von den U-Bahnsteigen aus, wenn sie dort übernachten oder sich aufwärmen wollen und aber kein 3G haben. Grund dafür sind neue und strengere Corona-Vorschriften.

Musste man bisher geimpft, genesen oder getestet sein, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, gilt die 3G-Regel fortan auch bereits auf den Bahnsteigen. Ausnahmeregeln, etwa für Obdachlose im Winter, sind dabei nicht vorgesehen und aus Gründen des Infektionsschutzes auch nicht erwünscht, wie es aus der Sozialverwaltung der Stadt heißt.

Testangebote und Aufenthaltsräume?

Allerdings verweist man in Berlin darauf, dass man spezielle Test- und Impfangebote bereitstellen will und auch bemüht ist, anderweitig Unterkünfte bereitzustellen. Doch das dürfte nicht so einfach werden, wie es sich anhört. Denn vor nicht einmal einer Woche meldeten sich bereits Obdachlosen-Unterstützungsvereine mit einem Hilferuf, da die Tests knapp wären. Und ohne diese könne man die Menschen nicht in die Unterkünfte lassen. Wenn also die Hilfen der Stadt ähnlich erfolgreich werden, wie der Bau des Berliner Flughafens, wird es ein kalter und langer Winter…

 

WB, Foto: Herzlos in Corona-Zeiten © IStock