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Erneut Proteste im Sudan – Polizist stirbt bei Einsatz

Veröffentlicht von Presse

Khartum: Ein Ende der Proteste ist nicht absehbar

Sudan. Wenige Tage nach dem Beginn einer Uno-Vermittlungsmission im Sudan haben erneut Tausende Menschen gegen die Militärführung des Landes protestiert. Die Sicherheitskräfte gingen am Donnerstag nach Angaben von Augenzeugen in der Hauptstadt Khartum mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die zum Präsidentenpalast ziehen wollten. Die Sicherheitskräfte meldeten einen getöteten Polizeibeamten. Es war das erste Todesopfer unter den Sicherheitskräften seit Beginn der Proteste.

Der Beamte sei „gefallen, als er seine Pflichten erfüllte und die Proteste in der Hauptstadt Khartum sicherte“, hieß es in einer Erklärung der Polizei auf Facebook. Nähere Details nannten die Behörden nicht. Aufseiten der Demonstranten wurden seit Beginn der Unruhen vor mehr als 2 Monaten mittlerweile 63 Menschen getötet. Zudem gab es laut Angaben von Ärzten Hunderte Verletzte.

Die Kundgebungen am Donnerstag fanden in verschiedenen Teilen Khartums statt. Auch in der Nachbarstadt Omdurman sowie in Port Sudan im Osten des Landes gingen Demonstranten auf die Straße.

Sudans oberster General Abdel Fattah al-Burhan hatte im Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im April 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen hatte leiten sollen. Seitdem kommt es regelmäßig zu Massenprotesten, gegen die das Militär oft gewaltsam vorgeht.

Am Montag hatten die Vereinten Nationen eine Vermittlungsmission zwischen der Militärregierung und der Protestbewegung gestartet. Der Uno-Sonderbeauftragte Volker Perthes kündigte Konsultationen mit politischen und sozialen Akteuren sowie mit Militärvertretern und zivilgesellschaftlichen Gruppen an.

Die ersten Reaktionen der wichtigsten zivilen Gruppen fielen jedoch gemischt aus. Der Gewerkschaftsverband Spa lehnte Gespräche mit den Militärs unter Uno-Vermittlung vollständig ab. Andere warnten vor einer möglichen Legitimierung der Militärregierung durch derartige Beratungen.

 

APA, Foto: Erneut Proteste im Sudan (C) Pixaboy

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