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Ärzteverband Marburger Bund wirbt für Teilimpfpflicht

Veröffentlicht von A.H.

Vorsitzende Johna: Das duldet keinen Aufschub – Herbst-Welle entscheidend von Impfquote abhängig

Berlin. Die Ärzteorganisation Marburger Bund hat vor Verzögerungen bei der einrichtungsbezogenen und bei der allgemeinen Impfpflicht gewarnt. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht “duldet aus meiner Sicht keinen Aufschub und sollte jetzt auch einheitlich in allen Bundesländern umgesetzt werden”, sagte die Vorsitzende Susanne Johna im Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). Dies sei “ein erster Schritt, der dazu dient, besonders vulnerable Personengruppen, zum Beispiel ältere oder immungeschwächte Menschen, so gut wie möglich zu schützen”.

Die allgemeine Impfpflicht “wird uns im Herbst helfen, wenn sie zügig, also noch vor Ende Mai, in Kraft getreten ist”, warb Johna für einen raschen Beschluss des Bundestages. Bis zum Abschluss der kompletten Impfung inklusive Booster vergingen ja mindestens vier Monate. “Ich halte die Impfpflicht für die richtige Antwort auf die Gefährlichkeit des Coronavirus”, sagte die Marburger-Bund-Vorsitzende.

Eine hohe Impfquote sei ausschlaggebend für die nächste Virus-Saison: “Wie groß die Welle im Herbst sein wird, hängt ja auch ganz entscheidend davon ab, wie viele Menschen bis dahin geimpft sind”, gab Johna zu bedenken. “Es gibt noch nicht das Maß an Immunität in der Bevölkerung, das uns vor etwaigen Überlastungen schützen kann. Da hinken wir in Deutschland anderen Ländern in Europa, beispielsweise Dänemark, immer noch hinterher.”

Die jetzige Omikron-Welle mit vielen leichteren Verläufen dürfe auch nicht vergessen lassen, “dass die Delta-Virusvariante weiterhin da ist und auch zukünftige Virusmutationen möglich sind”, so Johna. “Deswegen ist ein breiter Impfschutz enorm wichtig, um auf durchgreifende Maßnahmen möglichst auch dauerhaft verzichten zu können.”

 

NOZ, Foto: allgemeinen Impfpflicht © IStock