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Rohstoffe werden zu Waffen im Kampf um eine neue Weltordnung

Veröffentlicht von Presse

Putin und die neue Weltordnung

Putins Angriffskrieg in der Ukraine hat an den Rohstoffmärkten eine Kettenreaktion ausgelöst.

Mit dem Ukraine-Krieg richtet sich Russland nicht nur gegen sein Nachbarland, sondern auch gegen die Nato. Von diesen Verwerfungen profitiert vor allem ein Land: China. Der Ukraine-Krieg markiert eine neue Phase der Globalisierung. Während sich die politische Macht künftig in zwei Blöcken zentralisiert, fragmentiert die ökonomische Macht. Mit Folgen für Unternehmen und Volkswirtschaften.

Putins Angriffskrieg in der Ukraine hat an den Rohstoffmärkten eine Kettenreaktion ausgelöst. Das ist erst der Anfang einer weltweiten Auseinandersetzung.

  • Gas, Nickel, Neon – sogar Weizen: Die Kriegsfolgen zerlegen ganze Lieferketten, schicken Firmen in die Mangelwirtschaft und Minister auf Bettelreisen.
  • Das ist erst der Anfang eines weltweiten Verteilungskampfes – und wenn Deutschland nicht schnell eine Strategie findet, zahlen Industrie und Verbraucher hierzulande den Preis dafür.

Mehr Kooperation gegen die Nato, Einigkeit in der Taiwan-Frage: Fast unbemerkt haben China und Russland ihre gemeinsame Vision einer neuen Weltordnung veröffentlicht. Sie zeigt: Die Zeit rücksichtsloser Großmachtpolitik ist zurück. Der Ukraine-Krieg könnte nur der Anfang sein.

Russlands Vorzüge für China sind endlich

Wenn China diesen Drahtseilakt erfolgreich absolviert, hat Xi alle Handelsmöglichkeiten – Russland dagegen hat nur noch China. Bereits nach den Sanktionen 2014 musste sich Russland vermehrt China zuwenden. Die Machtbalance zwischen den Ländern dürfte in Zukunft noch weiter aus den Fugen geraten, denn was Russland China zu bieten hat, ist endlich.

Das Land versorgt China mit Gas und Öl und exportierte in der Vergangenheit vor allem Waffen an seinen Nachbarn. Doch China gibt sich nicht zufrieden damit, Expertise zu importieren. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist dafür bekannt, zu kopieren, zu lernen und eigenständig zu werden.

Zudem sind die Zeiten fossiler Energieträger gezählt – Russlands Verhandlungsbasis schrumpft mit jedem Liter Öl, der die Erde verlässt. Langfristig hat es China wenig zu bieten und könnte damit immer tiefer in die Abhängigkeit geraten.

Das wichtigste Asset ist die Landmasse Russlands, direkt vor der chinesischen Grenze. Mit einem abhängigen Russland würde China plötzlich über eine geopolitische Macht verfügen, die Europäer und Amerikaner erschrecken muss. Bedenkt man dazu, wie die Chinesen die afrikanischen Länder ebenfalls in den wirtschaftlichen Sog ziehen, ergibt sich eine gänzlich neue Weltordnung.

Dafür muss China nur eines tun: warten.

 

dpa/psm.Media, Foto: Die neue Weltordnung (C) IStock