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RKI-Leiter Wieler – Geschätzte Effektivität der COVID-19-Impfungen

Veröffentlicht von Presse

Fehlerkultur beim RKI: Vertrauen verspielt

Der Leiter des Robert Koch-Instituts zu Impfeffektivität: Sie schützt nicht sehr gut, das sehen wir ja

Berlin. Am 25. März gaben der Leiter des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine gemeinsame Pressekonferenz in Berlin. Schwerpunktthemen waren die generelle Corona-Lage sowie geplante Maßnahmen und Strategien für die kommenden Wochen und Monate. Wieler wie Lauterbach äußerten nachdrücklich ihre große Unzufriedenheit mit der deutschen Impfquote und generellen Problemen hinsichtlich der Einstellung von Teilen der Bevölkerung zum Thema Impfen. Der Gesundheitsminister mutmaßte zu Beginn der Pressekonferenz: “Es könnte sein, dass die Zahl der Toten steigen wird in den nächsten Wochen.”

Wieler prognostizierte in seinen Darlegungen: “Es wird nicht die letzte Corona-Welle sein.” Überraschend bestätigte der RKI-Chef das momentan zu beobachtende Phänomen, dass immer mehr zwei- und dreifach geimpfte Bürger positiv auf die aktuelle Omikron-Variante getestet werden und teilweise zudem ernsthaft erkranken. Wieler erklärte wörtlich:

“Wir müssen drei Effekte der Impfung betrachten. Einer ist: Wie gut schützt sie vor Infektion? Sie schützt nicht sehr gut, das sehen wir ja, wir haben sehr viele Fälle bei Menschen, die geimpft sind.”

 

Die Impfquote liegt laut Angaben des RKI-Leiters in Deutschland bei 75,8 Prozent (63,1 Mio. Bürger). Sie bezieht sich auf den bisherigen Grundschutz zweier erhaltener Injektionen. Eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhielten zusätzlich 58,2 Prozent (48,4 Mio.). Ungeimpft sind weiterhin 23,5 Prozent (19,5 Mio.) der Deutschen, wobei davon rund vier Millionen Kleinkinder bis vier Jahre zum Thema Impfungen statistisch abgezogen werden müssen.

Laut Angaben der dpa wurden bisher 1,4 Millionen Dosen des neuesten Impfstoffs Novavax an Impfzentren, Arztpraxen oder Apotheken ausgeliefert. Dies stellt einen Anteil von 0,7 Prozent an den 197,5 Millionen Dosen dar, die während der COVID-19-Pandemie insgesamt bis zum Ende vergangener Woche geliefert wurden, wie das RKI am Freitag mitteilte. Den größten Anteil haben demnach die mRNA-Impfstoffe von BioNTech (71 Prozent) und Moderna (18 Prozent). Insgesamt wurden seit Dezember 2020 bisher 171,7 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht.

Lauterbach und Wieler waren sich einig, dass die aktuelle Impfquote zu niedrig sei, um “bei allen Varianten, die wir bisher kennen, im Herbst ohne einschneidende Maßnahmen durchzukommen”, so Lauterbach ankündigend. Auf die Nachfrage einer Reporterin, wie viele Impfungen eine potenzielle Impfpflicht umfassen würde, fand Lauterbach keine eindeutige Antwort. Dies hänge “von mehreren Faktoren wie der Virus-Variante, deren R-Wert, aber auch der bestehenden Impfquote ab”, so Lauterbach, um seine Sicht zusammenzufassen: “Je höher die Quote, desto besser geht es uns.”

 

RT/PSM, Foto: RKI-Chef Lothar Wieler © Screenshot Pressekonferenz Berlin