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Frankreich-Wahl 2022 – Bleibt Macron Präsident?

Veröffentlicht von A.H.

Am Sonntag wird in Frankreich gewählt

Frankreichs Präsident oder Präsidentin ist mit sehr viel Macht ausgestattet und deutlich einflussreicher als der Regierungschef.

Paris. Wer führt die „Grande Nation“ in den nächsten fünf Jahren? Diese Frage werden bei der Stichwahl in Frankreich an diesem Sonntag (24. April 2022) 48,7 Millionen Wahlberechtigte beantworten. Gegeneinander antreten werden Staatspräsident Emmanuel Macron und seine Herausforderin, die Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen.

Die entscheidende Endrunde der Frankreich-Wahl hat offiziell begonnen. Auf der kleinen französischen Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Ostküste öffneten am Samstagmittag um 8.00 Uhr (Ortszeit) die vier ersten Wahllokale, wie eine Sprecherin des Rathauses in Saint-Pierre gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Großteil der Französinnen und Franzosen kann am Sonntag wählen. Wegen der Zeitverschiebung wird in einigen Überseegebieten jedoch bereits am Samstag abgestimmt.

In der Stichwahl fällt die Entscheidung, ob der liberale Staatschef Emmanuel Macron eine zweite Amtszeit erhält oder seine rechte Konkurrentin Marine Le Pen in den Élyséepalast einzieht. Beide hatten sich in der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen für die finale Runde qualifiziert.

Le Pen, die sich im Wahlkampf um einen gemäßigteren Eindruck bemüht hat, ist noch immer für extrem rechte Positionen bekannt, will auf Distanz zu Berlin gehen und den Einfluss der Europäischen Union in Frankreich deutlich einschränken. In Frankreich wird daher diskutiert, wie Le Pen das Land künftig verändern würde. Der Wahlausgang wird auch international gespannt erwartet. Umfragen sahen Macron zuletzt mit 55 bis 56,5 Prozent vorne.

Frankreich: Diplomaten-Skandal um Macron kurz vor der Wahl

Wenige Tage vor der Stichwahl in Frankreich hat Emmanuel Macron sich Ärger mit seinem diplomatischen Korps eingehandelt. Laut den Plänen des französischen Präsidenten soll der Status der insgesamt 800 Diplomaten Frankreichs neu definiert werden. Der Sonderstatus der Berufsdiplomaten soll dabei schrittweise auslaufen und die Mitarbeiter zu normalen Beamten werden.

Diese Überlegung löste Empörung im diplomatischen Korps Frankreichs aus und sorgte für einen kontroversen Streit kurz vor der Stichwahl, in der Macron gegen Herausforderin Marine Le Pen um das Präsidentenamt antritt. Sylvie Bermann, ehemalige Botschafterin in China, Großbritannien und Russland, sprach davon, dass Macron mit diesem Vorhaben das diplomatische Korps des Landes zerstöre.

 

dpa, Foto: Systembild: Am Sonntag wird in Frankreich gewählt © IMAGO/Lionel Guericolas/MPP/Starface