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Russland stellt Gaslieferung nach Polen und Bulgarien ein

Veröffentlicht von Presse

Russland macht Ernst und dreht Polen und Bulgarien den Gashahn zu

Gazprom stellt sämtliche Gaslieferungen an Polen und Bulgarien ein. Polen hatte sich geweigert, Russlands Forderung nach Bezahlung in Rubel nachzukommen.

Moskau. Polen und Bulgarien erhalten ab Mittwoch (27. April) kein Erdgas mehr aus Russland. Das Energieministerium in Sofia bestätigte am Dienstagabend, dass das bulgarische Erdgasversorgungsunternehmen Bulgargas eine Mitteilung von Gazprom erhalten habe. Kurz zuvor hatten Polens Regierung und der polnische Erdgaskonzern PGNiG mitgeteilt, dass ab Mittwoch keine russische Gaslieferung mehr erfolge. Zuerst hatte das polnische Onlinemedium Onet von dem Lieferstopp berichtet.

Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei derzeit weiter gewährleistet, sagte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstagabend. «Wir beobachten die Lage genau.»

Ab Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, werde das russische Gas nicht mehr durch die Jamal-Pipeline nach Polen fließen, sagte Polens Klimaministerin Anna Moskwa. Nach Deutschland fließt über die Jamal-Pipeline aber meistens kein Gas aus Russland, wie aus Daten der Bundesnetzagentur hervorgeht. Auch für Polen sind die Auswirkungen des Lieferstopps nach Angaben aus Warschau gering. «Wir sind auf eine vollständige Einstellung der russischen Rohstofflieferungen vorbereitet». Seit den ersten Tagen des Ukraine-Krieges habe ihr Land erklärt, dass es bereit sei für eine vollständige Unabhängigkeit von russischen Rohstoffen.

Der Bevollmächtigte der polnischen Regierung für strategische Energieinfrastruktur, Piotr Naimski, versicherte, dass nach Deutschland weiter Gas über Nord Stream 1 fließe. Und alle Gaskunden in Polen würden den Rohstoff weiter auf dem bisherigen Niveau erhalten.

Russland hatte Polen aufgefordert, bis spätestens Ende der vergangenen Woche das Geld für die Gaslieferungen in der russischen Währung Rubel zu bezahlen.

 

dpa, Foto: Systembild Gaslieferungen © IStock