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Erweiterung des Bundeskanzleramtes um bis zu 400 Büroräume

Veröffentlicht von Presse

Ausbau des Bundeskanzleramtes: Aktuell veranschlagt die Bundesregierung Kosten von 600 bis 640 Millionen Euro

Berlin. Ursprünglich waren für rund 400 zusätzliche Büros auf der anderen Seite der Spree etwas mehr als 400 Millionen Euro budgetiert. Inzwischen liegt die Erwartung eher bei 600 bis 640 Millionen Euro. 

Berlin. Das mutmaßliche „Millionengrab“ (so „Tichys Einblick“) reflektiert einen deutschen Weltherrschaftsanspruch, der anders als vor 88 Jahren, beim Bau von Hitlers Reichskanzlei, nicht mehr auf militärische, sondern moralische Überlegenheit abstellt. Der Berliner Senat hat dem Projekt nun zugestimmt. Die Erweiterung des Prunkbaus war bereits vor drei Jahren von Merkel-Paladin und Kanzleramtsminister Helge Braun angekündigt worden. Anfänglich ging man von einem Kostenpunkt von 460 Millionen Euro aus. Im Juni 2021 waren es bereits 485 Millionen, wobei man aber auch schon mit möglichen 600 Millionen kalkulierte.

Und auch diese könnten laut Rechnungshof aufgrund eines «besonders hohen Risikos für Mehrkosten» überschritten werden. Sorgen bereiten dabei vor allem die Erfordernisse der Energieeffizienz. Pro Quadratmeter Nutzfläche kommen die Prüfer bereits jetzt auf Gesamtkosten von 18 529 Euro – das ist das Dreifache dessen, was etwa der Neubau des angrenzenden Innenministeriums gekostet hat.

Weder Krieg noch Inflation, die angespannte Versorgungslage noch die anhaltende Migrationskrise können die politische Kaste Deutschlands davon abhalten, für ihre Selbstdarstellung Steuermillionen zu verschwenden.

Der stolze Preis hängt naturgemäss mit der Ausstattung des Gebäudes zusammen: Obwohl die Kindertagesstätte des Bundestages nur wenige Meter entfernt ist, sei für das Kanzleramt eine eigene Kita geplant, führt der Rechnungshof an. Diese soll 2,8 Millionen Euro kosten, für 12 bis 15 zu betreuende Kinder. In den Plänen findet sich auch eine 250 Quadratmeter grosse Kanzlerwohnung, obwohl es bereits eine ähnlich grosse Wohneinheit für den Regierungschef im bestehenden Gebäude gibt. Zu Buche schlagen ausserdem ein Helikopterlandeplatz und eine parallel zum bereits bestehenden Steg geplante zweite Brücke über die Spree, die gut 18 Millionen Euro Kosten soll – bei laut Prüfern nicht schlüssig erwiesenem Nutzen.

Begründet wurde der neue «Zweckbau» bei der Vorstellung des Projektes durch Kanzleramtsminister Helge Braun und das Architekturbüro Schultes-Frank im Januar 2019 mit dem Zuwachs an Mitarbeitern. Das bestehende Gebäude bietet für 460 Bedienstete Platz, das Amt beschäftigt inzwischen aber 750. Deswegen soll die in den 1990er Jahren von Bundeskanzler Helmut Kohl in Auftrag gegebene «Waschmaschine», so der Volksmund über das Kanzleramt, nun auch einen «Schlauch» bekommen. Dieser soll in Fortsetzung des 900 Meter langen «Bands des Bundes» von den Bundestagsgebäuden Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Paul-Löbe-Haus über das «alte» Kanzleramt nun bis über die Spree reichen.

Wer die Geschichte deutscher (und hier auch noch: Berliner) Bauvorhaben kennt, weiß, dass weder die Baufrist noch das Finanzbudget eingehalten werden. Am Ende wird das Kanzleramt mit rund 25.000 Quadratmetern achtmal so groß wie das Weiße Haus und dreimal so groß wie der Élysée-Palast sein. Dieses aus der Zeit gefallene Monstrum-Regierungsbauwerk kann in Zeiten, da Armut und Preisexplosionen immer mehr Deutsche betreffen, nur noch als Schlag ins Gesicht der Bürger betrachtet werden.

 

WB/AfD/PSM, Foto: Kanzleramt in Berlin © IStock