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Russland stellt Stromlieferung nach Finnland am Samstag ein

Veröffentlicht von Presse

Der russische Energiekonzern Inter RAO will keinen Strom mehr in das Nachbarland liefern

Einen Tag nachdem Finnland angekündigt hat, der Nato beitreten zu wollen, hat Russland die Stromlieferung an das Land eingestellt

Helsinki. Der russische Versorger Inter RAO stellt nach Angaben des finnischen Netzbetreibers Fingrid ab Samstag seine Stromlieferungen nach Finnland bis auf weiteres ein. Grund sei, dass über die Energiebörse Nord Pool seit dem 6. Mai keine Zahlungen bei der russischen Firma eingegangen seien, teilte Fingrid unter Verweis auf eine Erklärung von Inter RAO mit. Fingrid sei nicht für die Zahlungen zuständig. Nord Pool lehnte eine Stellungnahme ab.

Fingrid gab sich indes gelassen und betonte, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet sei. Die Energie aus Russland mache rund zehn Prozent des gesamten Verbrauchs aus und könne durch Importe aus Schweden und zum Teil durch heimische Stromerzeugung ausgeglichen werden.

Die finnische Staatsspitze hatte am Donnerstag erklärt, Finnland solle angesichts des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine “unverzüglich” einen Antrag auf Beitritt zur NATO stellen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte anschließend, Russland würde eine finnische Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis “definitiv” als Bedrohung ansehen. Das russische Außenministerium erklärte, Moskau sehe sich gezwungen, darauf “militärisch-technisch und auf andere Weise” zu reagieren.

Für Inter Rao ist Finnland der wichtigste Exportmarkt. 2021 wurden demnach 8,2 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie dorthin verkauft – von ins Ausland verkauften 21,77 Milliarden Kilowattstunden insgesamt.

US-Regierung spricht sich für Nato-Beitritt aus

Die US-Regierung hat sich indes für einen Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens ausgesprochen. „Die Vereinigten Staaten würden einen Nato-Beitritt Finnlands oder Schwedens unterstützen, sollten diese sich dafür entscheiden“, sagte die Top-Diplomatin des Außenministeriums für Europa, Karen Donfried, am Freitag. Ein formeller Mitgliedsantrag der beiden Länder wäre ein „weiterer Beweis für die strategische Fehlkalkulation“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finnland und Schweden seien „geschätzte Nato-Partner“ und „blühende Demokratien“, so Donfried.

Finnland und Schweden sind bereits enge Partner der Nato, waren aber traditionell bündnisfrei. Russlands Einmarsch in die Ukraine löste in beiden Ländern eine intensive Nato-Debatte aus. Mit dem Beitritt Finnlands würde sich die Nato-Grenze zu Russland mit einem Schlag verdoppeln.

Der finnische Präsident Niinistö machte Kremlchef Wladimir Putin für Helsinkis Kurswechsel verantwortlich. Finnland habe seine Meinung aus zwei Gründen geändert: wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und weil Moskau verlangt habe, dass es keine Nato-Erweiterung geben dürfe, sagte Niinistö im Interview mit schwedischen Medien. Eine Antwort darauf sei, dass die Menschen in Finnland im Falle eines Nato-Beitritts sich weniger ängstigten.

 

dpa/Business Insider Deutschland/PSM, Foto: Systembild: Russland stellt Stromlieferung nach Finnland am Samstag ein © IStock

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