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Geburtenrückgang im Osten

Veröffentlicht von A.H.

Baby-Flaute in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat die Zahl der Neugeborenen einen Tiefststand erreicht.

Halle. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montagausgabe) mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Demnach kamen im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt 16.024 Kinder zur Welt – das sind 600 weniger als im Vor-Pandemie-Jahr 2019 und so wenige wie zuletzt vor 27 Jahren. Damit folgt die Entwicklung zwar der in vielen anderen ostdeutschen Bundesländern, verläuft aber gegen den Bundestrend. Denn insgesamt hat die Pandemie in Deutschland für einen Baby-Boom gesorgt. Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland 795.000 Kinder zur Welt. So viele Babys gab es zuletzt 1997.

“Es ist ein deutliches Ost-West-Problem”, bewertete Peer Pasternack, Professor für Hochschulforschung an der Universität Halle, den Trend gegenüber der Zeitung. Der Sozialwissenschaftler sieht demnach mehrere Gründe für die große Lücke zwischen Ost und West: So habe die massive Abwanderung der geburtenstarken Jahrgänge – der sogenannten “Babyboomer” – kurz nach der Wende für einen Knick in der Bevölkerungspyramide in Sachsen-Anhalt gesorgt. Vor allem junge Frauen habe es damals in den Westen gezogen, dort hätten sie schließlich auch ihre Kinder bekommen, so Pasternack. Die Folge: Ein vor allem in kleineren Städten in Ostdeutschland bis heute spürbarer Mangel an jungen Müttern. “Die Männer finden dort oft keine Partnerin”, sagte er dem Blatt.

 

Mitteldeutsche Zeitung, Foto: Ein Baby © IStock