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Prozess um den tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee

Veröffentlicht von A.H.

Italien: Gardasee-Bootsunfall – Verurteilter Deutscher auf freiem Fuß

Brescia. Der Mann aus München, der mit einem Luxusboot ein Holzschiff gerammt und ein italienisches Paar getötet hat, darf den Hausarrest verlassen. Künftig gilt für ihn ein Aufenthaltsverbot für die Regionen rund um den Gardasee.

Mit Holzboot kollidiert

Die beiden 52 Jahre alten Münchner waren am 19. Juni kurz vor Mitternacht in der Nähe des Westufers des Sees mit einem Riva-Motorboot unterwegs gewesen. Dort waren sie mit dem Holzboot eines italienischen Pärchens aus der Umgebung kollidiert. Der 37-jährige Umberto Garzarella und seine 25 Jahre alte Freundin Greta Nedrotti kamen ums Leben.

Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Motorbootunfall auf dem Gardasee ist der deutsche Bootsführer wieder auf freiem Fuß. Der Münchner, der im März von einem Gericht in Brescia zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, sei bereits am 18. Juli aus dem Hausarrest entlassen worden, meldeten am Freitag unter anderem die Zeitungen Corriere della Sera und Brescia Oggi.

Verurteilt wurde der Bootslenker zu vier Jahren und sechs Monaten Haft. Sein Freund, der ebenfalls auf dem Boot war, bekam zwei Jahre und elf Monate. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte bereits Berufung an, auch die Staatsanwaltschaft erwägt dies. Der Mann aus München konnte nun nach knapp einem Jahr zwar den Hausarrest verlassen. Die Auflage ist laut den Medienberichten aber, dass er nicht mehr an den Gardasee kommen darf. Das Gericht sprach entsprechend ein Aufenthaltsverbot für die Provinzen Brescia, Verona und Trient aus. Ob der Mann nach Deutschland zurückkehren konnte, wurde zunächst nicht bekannt.

In der Juni-Nacht 2021 waren Umberto Garzarella und Greta Nedrotti gestorben, nachdem ihr Holzboot von dem Luxus-Schnellboot der zwei Deutschen frontal gerammt worden war. Die beiden Touristen waren betrunken. Sie gaben im Prozess an, die Kollision nicht bemerkt zu haben. Sie seien von Treibgut ausgegangen. Das Gericht glaubte ihnen, sprach sie aber dennoch wegen fahrlässiger Tötung schuldig.

 

dpa, Foto:Forensiker begutachten Schäden an einem Boot (Archivbild) © Gabriele Strada/dpa

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