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Inflationsrate sinkt im November leicht

Veröffentlicht von A.H.

Inflationsrate für den November liegt mit 10,0 Prozent

Berlin. Die Inflation in Deutschland hat im November überraschend nachgelassen. Die Verbraucherpreise stiegen um durchschnittlich 10,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Im Oktober hatte die Teuerungsrate mit 10,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1951 gelegen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten für den zu Ende gehenden Monat mit einem unveränderten Wert gerechnet. Volkswirte sehen in dem nun festgestellten leichten Rückgang jedoch keinen Grund zur Entwarnung.

Angeschoben wird die Inflation seit Monaten von Energie- und Lebensmittelpreisen. Energie kostete im November den vorläufigen Zahlen zufolge 38,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Oktober war ein Anstieg um 43 Prozent verzeichnet worden. Nahrungsmittel verteuerten sich im November um 21 Prozent. Gegenüber Oktober sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,5 Prozent.

Reallöhne schrumpfen deutlich

Die hohe Inflation lässt derweil die Reallöhne in Deutschland weiter zusammenschrumpfen. Im dritten Quartal von Juli bis September lagen die Löhne auf dem Papier zwar um 2,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Zugleich kletterten aber die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum um 8,4 Prozent – die Reallöhne sanken somit um 5,7 Prozent. Das ist laut Statistik der stärkste und am längsten anhaltende Reallohnverlust seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008.

Die Beschäftigten in Deutschland mussten damit bereits das vierte Quartal in Folge einen Reallohnverlust hinnehmen, wie die Statistiker betonten: Im zweiten Quartal von April bis Juni waren die Reallöhne um 4,4 Prozent gesunken, im ersten Quartal um 1,8 Prozent und im letzten Quartal 2021 um 1,4 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal.

Auf das Gesamtjahr gesehen waren die Reallöhne sowohl 2020 als auch 2021 geschrumpft – nach mehreren Jahren des Wachstums. 2020, als die Coronapandemie ausbrach, sanken die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt um 1,1 Prozent, im vergangenen Jahr lag das Minus bei 0,1 Prozent

 

Reuters, Foto: Systembild © IStock