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Inder und China haben keine Lust auf Öl-Preisdeckel

Veröffentlicht von A.H.

Preisdeckel für russisches Öl tritt in Kraft

Ab heute gelten neue Sanktionen der EU und G7 gegen Russlands Öl-Exporte in die EU, aber auch in Drittländer.

Berlin. Von diesem Montag an kauft die Europäische Union zwar kein Öl mehr aus Russland, aber Schiffe aus der EU dürfen es weiterhin in andere Länder fahren. Nun will die EU (und ihre Partner wie die G 7 und Australien) Russland vorschreiben, zu welchem Preis es sein Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen darf. Der Preisdeckel soll zunächst bei 60 US-Dollar (57 Euro) je Barrel liegen – das vereinbarten die EU-Staaten am Freitagabend, die sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte und Australien schlossen sich an. Ziel ist es, die russischen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu drücken und so die Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine zu erschweren. Russland aber soll weiterhin Öl verkaufen – sonst würde die wertvolle Ressource auf dem Weltmarkt noch knapper, und die Preise würden auch im Westen steigen.

Russland warnt vor Destabilisierung der Energiemärkte

Die russische Regierung kritisierte die Preisgrenze. Damit würden die globalen Energiemärkte destabilisiert, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Die Maßnahme beeinträchtige aber nicht das militärische Vorgehen gegen die Ukraine. “Russland und die russische Wirtschaft verfügen über die erforderlichen Kapazitäten, um die Bedürfnisse und Anforderungen der speziellen Militäroperation vollständig zu erfüllen”, sagte Peskow. Zuvor hatten mehrere Regierungsberater erklärt, kein russisches Öl an Länder verkaufen zu wollen, die sich an die Obergrenze halten.

Die neuen Regelungen sollen dazu beitragen, die russischen Handelsgewinne zu begrenzen und dadurch auch Russlands Fähigkeiten zur Kriegsführung einzuschränken. Nach Angaben eines EU-Beamten sind von dem Embargo rund drei Millionen Barrel Rohöl pro Tag betroffen. Bei einem langfristigen Durchschnittspreis von 70 Dollar (67 Euro) pro Barrel würden Russland damit pro Tag Erlöse in Höhe von etwa 210 Millionen Dollar (200 Millionen Euro) entgehen. Dass die Ölmenge komplett an andere Abnehmer verkauft werden kann, gilt als ausgeschlossen.

 

DPA/APA/AFP, Foto: Systembild © IStock