Lehrer,Deutschland,Schulen,Presse,News,Medien

An Deutschlands Schulen fehlen Lehrer

Veröffentlicht von PSM.Media

61 Prozent der Deutschen sind dagegen, dass Lehrer länger arbeiten müssen

Berlin. In Deutschland gibt es seit einigen Jahren einen Mangel an Lehrkräften, insbesondere in bestimmten Fächern wie Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen. Dies liegt zum Teil daran, dass viele ältere Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand gehen und es nicht genügend Nachwuchs gibt, um sie zu ersetzen.

Ein weiterer Faktor ist der wachsende Bedarf an Lehrern aufgrund der steigenden Schülerzahlen. Insbesondere in den Bundesländern mit einer wachsenden Bevölkerung, wie zum Beispiel Berlin und Bayern, besteht ein erhöhter Bedarf an Lehrkräften.

Die Bundesregierung und die Länder arbeiten daran, den Lehrermangel zu beheben, indem sie zum Beispiel die Ausbildungskapazitäten erhöhen, Quereinsteiger einstellen oder auch die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte verbessern. Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis der Mangel behoben ist. In der Zwischenzeit müssen Schulen und Lehrkräfte kreative Lösungen finden, um den Unterricht aufrechtzuerhalten und die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen.

stern-Umfrage: 61 Prozent der Deutschen sind dagegen, dass Lehrer länger arbeiten müssen

Die Schätzungen reichen von 12.000 bis 40.000. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz hat deswegen unter anderem vorgeschlagen, dass Lehrkräfte ihre Zahl an Unterrichtsstunden erhöhen sollten. Im Gegenzug würde es eine höhere Vergütung oder einen späteren Zeitausgleich geben (Konzept der Vorgriffstunden). Die Deutschen allerdings halten wenig von solchen Plänen. Das Verständnis für die Lehrkräfte ist offenbar groß. 61 Prozent der Bürger sehen in einer Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung für die meisten Lehrer eine zu große Belastung. 34 Prozent halten dagegen eine Erhöhung der Stundenzahl für verkraftbar. Das ergab eine Forsa-Umfrage für den stern.

Interessante Zahlen ergibt die Aufgliederung nach Parteianhängern. Obwohl die Wähler von Grünen und AfD sonst viel trennt, haben doch beide Gruppen das größte Verständnis für Lehrer (71 bzw. 69 Prozent). Dagegen sind die Anhänger der FDP, die einzigen, die mehrheitlich eine höhere Belastung von Lehrkräften für zumutbar halten. 52 Prozent von ihnen sagen, dass eine Erhöhung der Zahl der Unterrichtsstunden für die meisten Lehrer verkraftbar wäre.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa für die RTL-Gruppe Deutschland am 23. und 24. Februar erhoben. Datenbasis: 1.012 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Die Frage-Formulierung lautete: “Eines der größten Probleme an Schulen in Deutschland ist der Lehrermangel. Um das Problem kurzfristig abzumildern, gibt es den Vorschlag, die Zahl der Stunden, die Lehrkräfte unterrichten müssen, für eine bestimmte Zeit gegen eine höhere Vergütung oder einen späteren Stundenausgleich zu erhöhen. Glauben Sie, dass eine Erhöhung der Unterrichtsstunden für die meisten Lehrkräfte in Deutschland verkraftbar wäre oder wäre das für die meisten Lehrkräfte eine zu große Belastung?”

 

STERN/PSM.Media- Nachrichtenagentur, Foto: Systembild Lehrerin © IStock