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IG Metall – Vorwürfe der Bequemlichkeit spalten die Gesellschaft

Veröffentlicht von PSM.Media

IG Metall warnt: Vorwürfe der Bequemlichkeit spalten Deutschland – Appell an Wirtschaft und Politik

Osnabrück: In einer Warnung an Wirtschaft und Politik mahnte die IG Metall davor, Deutschland durch Vorwürfe der Bequemlichkeit weiter zu spalten. Knut Giesler, Verhandlungsführer für die nordwestdeutsche Stahlindustrie, äußerte sich in einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) besorgt über die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft durch Aussagen zur vermeintlichen mangelnden Leistungsbereitschaft. Giesler betonte, dass solche Äußerungen dazu beitragen, die Gesellschaft zu spalten, und erklärte, dass der Begriff Work-Life-Balance keineswegs abwertend sei. Im Gegenteil sei die Arbeit in Deutschland intensiv, und die Überlastung der Menschen müsse bekämpft werden, um extremistischen politischen Strömungen entgegenzuwirken.

Vor der zweiten Tarifverhandlungsrunde in der Stahlbranche beharrt die IG Metall auf ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 32 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Giesler wies darauf hin, dass die Forderungen nach mehr Leistungsbereitschaft oft von Privilegierten kämen, die selbst bestimmen könnten, wann ihre Belastungsgrenzen erreicht seien. Dies sei jedoch nicht der Fall für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten.

Giesler reagierte auch auf Äußerungen des Stahlunternehmers Jürgen Großmann, der behauptete, Deutschland strebe offensichtlich von einer Leistungsgesellschaft zu einer Genussgesellschaft. Der Gewerkschaftsführer wies darauf hin, dass solche Aussagen leicht aus der Position eines Privilegierten kämen, der sich jede Freizeit leisten könne, während dies für Stahlarbeiterinnen und Stahlarbeiter nicht möglich sei. Er unterstrich die Bedeutung der Gewerkschaft, die sich dafür einsetzt, den Arbeitnehmern ein gutes Leben zu ermöglichen, und betonte, dass die Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit auch heute noch relevant sei.

 

PSM.Media-Nachrichtenagentur mit NOZ, Foto: Systembild: IG Metall © IStock