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Bürokratische Hürden und ihre Auswirkungen auf Unternehmen

Veröffentlicht von PSM.Media

100 Jahre Straßenbau-Firma Hoff und Söhne in Husum: Opfer des Bürokratie-Irrsinns

Husum, Schleswig-Holstein. Ein Familienunternehmen mit einer beeindruckenden 98-jährigen Geschichte zieht die Reißleine und schließt seine Türen. Die renommierte Straßenbaufirma Richard Hoff und Söhne in Husum, Schleswig-Holstein, hat entschieden, ihre Betriebstätigkeiten einzustellen, obwohl die Auftragslage für die 15 Mitarbeiter äußerst vielversprechend war!

Michael Hoff (46), Urenkel des Firmengründers, hat auf seiner Homepage eine scharfe Kritik veröffentlicht, in der er detailliert schildert, wie die deutsche Bürokratie nach und nach das Geschäft seines traditionsreichen Unternehmens ruinierte.

Betrieb geschlossen – Der Hintergrund

“Unsere Geschäftstätigkeit wurde aufgrund des unerträglichen bürokratischen Aufwands eingestellt”, erklärt Hoff mit Enttäuschung. Er führt die zahlreichen Herausforderungen an, die sein kleines Unternehmen überwinden musste:

▶︎ “Nach der Implementierung der Datenschutzverordnung und der Einrichtung unserer Geschäftsprozesse gemäß den GoBD-Richtlinien sahen wir uns gezwungen, Mitarbeiter einzustellen. Diese wurden schriftlich über die ordnungsgemäße Dokumentation ihrer Arbeitszeiten, die Pflicht zur Mitführung von Ausweisdokumenten und das Verbot der privaten Nutzung von Betriebsfahrzeugen informiert.”

▶︎ “Wir führten eine umfassende Gefährdungsbeurteilung für den Betrieb durch und gaben unseren Mitarbeitern Sicherheitsunterweisungen, die sorgfältig dokumentiert wurden. Zusätzlich wiesen wir ausdrücklich darauf hin, dass unsere Mitarbeiter bei Sonnenschein einen Hut tragen und Sonnenschutz verwenden sollten. Wir organisierten sogar vorsorglich Termine für ärztliche Untersuchungen und buchten diese.”

▶︎ “Schließlich mussten wir einen Ersthelfer, einen Maschinenbeauftragten, einen Datenschutzbeauftragten, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und einen Brandschutzbeauftragten auswählen, schulen und bestellen.”

▶︎ “Wir waren auch gezwungen, unseren Auszubildenden schriftlich zu erklären, dass sie möglicherweise nicht am Ende ihrer Ausbildung übernommen werden könnten.”

▶︎ “Bevor wir unsere Arbeit aufnehmen konnten, mussten wir bei der GEMA unsere Telefonschleife anmelden, Leistungen für unser neues Firmenlogo bei der Künstlersozialkasse melden und unsere LKW-Fahrer über die Fahrpersonalverordnung und Sozialvorschriften zu den Lenk- und Ruhezeiten informieren. Nicht zu vergessen: Fahrer von LKW mit Ausnahmegenehmigungen mussten alle 3 Monate über die entsprechenden Sonderregeln belehrt und dokumentiert werden. Selbstverständlich waren auch die regelmäßige Auslesung der Fahrtenschreiber und Fahrerkarten sowie die DSGVO-konforme dauerhafte Speicherung und Aufbewahrung erforderlich.”

▶︎ „Mist: Die Ausnahmegenehmigungen mussten noch beantragt werden: StVZO §70 usw. – kennen wir ja alles. (…) Ganz klar war nicht, was denn nun genau beantragt werden musste; da hatten Zulassungsstelle, LBV-SH, Polizei und BAG leider unterschiedliche Ansichten.“

▶︎ „Noch kurz entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz den Transport von Ausbaustoffen bei der zuständigen Behörde angezeigt, alle Mülltonnen auf dem Hof fotografiert und für die Abfallverordnung die Wege vom Abfall des Betriebes aufgeschrieben.“

▶︎ „Dann noch schnell die Normen für unsere Gewerke durchgearbeitet und die VOB studiert – wir wollten ja in unserem Vertrags- und Vergaberecht fit sein.“

▶︎ „So konnten wir dann mal ein Angebot schreiben, denn wir wollten ja schließlich arbeiten und etwas für das Bruttoinlandsprodukt tun.“

Bitteres Fazit eines ehemaligen Unternehmers: Bürokratie erweist sich als unüberwindbare Hürde für Handwerksbetriebe

In einer eindringlichen Stellungnahme äußerte Michael Hoff seine Sorgen über die wachsende Bürokratie, die Handwerksbetriebe in Deutschland belastet. Der Ex-Unternehmer, der aus persönlicher Erfahrung spricht, warnte davor, dass die Bürokratie für Handwerksbetriebe immer mehr zur unüberwindbaren Hürde wird.

“Es läuft leider generell etwas sehr schief: Die Bürokratie ist für einen Handwerksbetrieb nicht mehr zu bewältigen; zumindest nicht, wenn man alle Gesetze, Verordnungen und Vorgaben berücksichtigen und vollständig einhalten möchte”, so Michael Hoff.

Die Äußerungen des ehemaligen Unternehmers werfen ein Schlaglicht auf ein drängendes Problem, mit dem viele Handwerksbetriebe in Deutschland konfrontiert sind. Die steigende Anzahl von Vorschriften und bürokratischen Hürden stellt eine erhebliche Belastung dar und wirkt sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum kleinerer Unternehmen aus.

Es ist ein alltägliches Problem: Branchen- und Arbeitgeberverbände beschweren sich regelmäßig über die übermäßige Bürokratie in Deutschland. In einer aktuellen Umfrage in der Metall- und Elektroindustrie gaben 86 Prozent der etwa 900 befragten Unternehmen an, dass sie von der Bürokratie stark oder sehr stark belastet sind.

Trotz aller Versprechungen der politischen Akteure bleibt die Flut an Vorschriften unverändert bestehen und scheint sogar noch zuzunehmen.

Diese Warnung vor den Bürokratielasten für Handwerksbetriebe unterstreicht die Bedeutung einer offenen Debatte über die Bürokratiereform und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit Richard Hoff und Söhne GmbH & Co. KG i.L, Foto: Systembild Straßen- Tiefbau © Fotoshooting.vip