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Schwedischem EU-Mitarbeiter im Iran droht Todesurteil

Veröffentlicht von PSM.Media

Schwedischer EU-Diplomat Johan Floderus: Droht ihm wegen ‘Korruption auf Erden’ die Todesstrafe?

Teheran. Dem EU-Mitarbeiter Johan Floderus, der sich derzeit im Iran inhaftiert befindet, droht die Verhängung eines Todesurteils. Die iranische Justiz erhebt verschiedene Anschuldigungen gegen den schwedischen Staatsbürger, darunter “Korruption auf Erden”, Verstöße gegen die nationale Sicherheit und Zusammenarbeit mit Israel, wie auf dem Justizportal Misan am Mittwoch berichtet wurde. Im Falle einer Verurteilung wegen “Korruption auf Erden” gemäß islamischer Rechtsauffassung steht ein Todesurteil im Raum.

Ein Revolutionsgericht in Teheran hat die Vorwürfe erst kürzlich vorgebracht, jedoch ist derzeit noch nicht bekannt, wann ein Urteil ergehen wird.

Erst am Dienstag hat ein schwedisches Berufungsgericht das lebenslange Urteil gegen einen Iraner bestätigt. Es bleibt unklar, ob dieses Urteil vor dem Obersten Gericht Schwedens angefochten wird. Der 62-jährige Hamid N. wurde im Juli 2022 in Stockholm wegen seiner Beteiligung an Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Iran Ende der 1980er Jahre verurteilt.

Die Beziehungen zwischen Schweden und dem Iran haben sich in letzter Zeit merklich abgekühlt. Im Mai wurde ein schwedisch-iranischer Dissident in Teheran hingerichtet, dem terroristische Aktivitäten vorgeworfen wurden. Ein weiterer Doppelstaatsbürger, der Mediziner Ahmad Resa Dschalali, wurde im Iran ebenfalls wegen Spionagevorwürfen zum Tode verurteilt. Kritiker behaupten, der Iran wolle mit einem harten Urteil gegen Floderus weiteren Druck ausüben.

Es wird auch spekuliert, dass der Iran sein Vorgehen nutzen könnte, um einen Gefangenenaustausch zu erzwingen und Hamid N. freizubekommen. Im Mai wurde ein belgischer Entwicklungshelfer, der im Iran inhaftiert war, nach mehr als einem Jahr freigelassen, während der wegen Terrorvorwürfen verurteilte iranische Diplomat Assadollah Assadi freikam. Thomas Bodström, der Anwalt von Hamid N., äußerte die Hoffnung auf einen Gefangenenaustausch, um inhaftierte Schweden nach Hause zu bringen.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit TT, Foto: Systembild © IStock