Polizeigewerkschaft fordert Taser für alle Polizisten

Polizeigewerkschaft fordert Taser für alle Polizisten

Veröffentlicht von PSM.Media

DPolG fordert flächendeckenden Einsatz von Elektroschockpistolen in Niedersachsen für Polizeibeamte

Osnabrück. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) befürwortet den Einsatz von Elektroschockpistolen in Niedersachsen. In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) äußerte sich der DPolG-Landesvorsitzende Patrick Seegers dazu: “Wir setzen uns dafür ein, dass alle unsere Polizeibeamten mit Tasern ausgerüstet werden – das sind Elektroimpulsgeräte, die aus der Entfernung wirken.”

Seegers erklärte die Notwendigkeit dieser Maßnahme mit den Worten: “Unsere Polizisten setzen zunächst ihren eigenen Körper ein, dann greifen sie gegebenenfalls zum Schlagstock oder Reizstoffsprühgerät. Als letztes Mittel bleibt der Einsatz einer Schusswaffe. Wir plädieren nachdrücklich für die Einführung von Tasern als zusätzliche Option, auch deshalb, weil es für unsere Polizisten eine große psychische Belastung darstellt, eine Schusswaffe auf Personen richten zu müssen.” In anderen Bundesländern habe sich der Einsatz von Tasern bereits bewährt, und Seegers betonte: “Es ist an der Zeit, dass Niedersachsen in dieser Hinsicht nachzieht.” Aktuell dürfen Taser in Niedersachsen nur vom Spezialeinsatzkommando (SEK) verwendet werden.

Darüber hinaus setzte sich Seegers in dem Interview für eine zügige Bestrafung von Straftätern ein. “Die Strafe muss unmittelbar auf die Tat folgen, da sonst ihre abschreckende Wirkung verloren geht”, betonte Seegers. Er wies darauf hin, dass Verzögerungen bei der Bestrafung von jugendlichen Straftätern aus schwierigen sozialen Verhältnissen deren Verhalten nicht beeinflussen können. Zudem unterstrich er die Notwendigkeit, dass Strafen konsequent vollstreckt werden sollten, insbesondere bei Wiederholungstätern. “Es sollte einen Punkt geben, an dem Bewährungsstrafen keine Option mehr sind. Hier hoffe ich auf verstärkte Unterstützung seitens der Justiz”, fügte Seegers hinzu.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Seegers ansprach, war die Idee eines verpflichtenden Perspektivwechsels für Personen, die Einsatzkräfte angreifen. Er schlug vor, dass diejenigen, die Polizisten, Feuerwehrleute oder Rettungskräfte angreifen, die Gelegenheit erhalten sollten, den Alltag dieser Einsatzkräfte aus nächster Nähe zu erleben. Dies könne dazu beitragen, dass sie die Stresssituationen und die Bedeutung dieser Berufe besser verstehen und erkennen, wie verwerflich es ist, diese Menschen anzugreifen und an ihrer Arbeit zu hindern.

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit NOZ, Foto: Systembild © IStock