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Ver.di ruft erneut zum Streik im ÖPNV

Veröffentlicht von PSM.Media

Tarifverhandlungen im ÖPNV scheitern erneut: Ver.di ruft zu Streiks in Berlin und Brandenburg auf

Berlin. Die Gewerkschaft ver.di hat die Arbeiter im kommunalen Nahverkehr zu einem Wellenstreik aufgerufen, der vom 26. Februar bis zum 2. März 2024 stattfinden wird. Der Haupttag des Streiks fällt auf den 1. März, der auch als Klimastreiktag markiert ist.

Die Tarifverhandlungen für rund 90.000 Beschäftigte in über 130 kommunalen Unternehmen im öffentlichen Nahverkehr sind der Hintergrund für diesen Schritt. Die Hauptanliegen in den Verhandlungen sind Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Entlastungen für die Beschäftigten, einschließlich einer verkürzten Wochenarbeitszeit, einer Erhöhung des Urlaubsanspruchs, zusätzlicher Entlastungstage für Schicht- und Nachtarbeit sowie einer Begrenzung geteilter Dienste und unbezahlter Zeiten im Fahrdienst.

Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, betonte die Notwendigkeit, Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, da die bisherigen Signale der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen offenbar nicht ausreichend verstanden wurden. Der Mangel an Arbeitskräften im Nahverkehr führt täglich zu Ausfällen von Bussen und Bahnen aufgrund unzureichender Personalausstattung.

In Berlin und Brandenburg bestehen weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten am Verhandlungstisch. Während in Brandenburg die Arbeitgeber auf Flexibilisierung der Arbeitszeit und Verschlechterungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bestehen, weigert sich die BVG in Berlin, über eine Ausweitung der Wendezeiten zu verhandeln, die für Fahrer*innen wichtig sind.

Jeremy Arndt, Fachbereichsleiter für den ÖPNV bei ver.di Berlin-Brandenburg, kritisiert das Verhalten der Arbeitgeber scharf und prognostiziert weitere Streiks im öffentlichen Nahverkehr aufgrund des unzureichenden Entgegenkommens der Arbeitgeber.

Die Streiks in Brandenburg werden verschiedene Verkehrsgesellschaften und Betriebe betreffen, während in Berlin die BVG und ihre Tochtergesellschaft betroffen sein werden. Kundgebungen und Streikkundgebungen sind ebenfalls geplant, um die Forderungen der Arbeiter zu unterstützen und auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Streiks in Brandenburg:

Am 28.02.2024 wird die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH, mit den Standorten Templin, Prenzlau, Schwedt und Angermünde ganztätig bestreikt. Am 29.02. wird die Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH ganz-tätig bestreikt.

Am 01.03.2024 werden folgende Betriebe ganztätig bestreikt:

ViP Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH, Fritz-Zubeil-Straße 96, 14482 Potsdam Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald mit beschränkter Haftung (RVS), Nissanstraße 7, 15926 Luckau Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH, Steinstraße 5, 16303 Schwedt Verkehrsgesellschaft Tältow-Fläming mbH (VTF), Forststraße 16, 14943 Lu-ckenwalde Busverkehr Oder-Spree GmbH, James-Watt-Straße 4, 15517 Fürstenwal-de/Spree Barnimer Busgesellschaft mbH, Poratzstraße 68, 16225 Eberswalde Cottbusverkehr GmbH, W-Rathenau-Str. 38, 03044 Cottbus Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH, Ludwig Jahn Straße 1, 14641 Nauen regiobus Potsdam Mittelmark GmbH, Im Schäwe 21, 14547 Beelitz StadtverkehrsgesellschaftmbH Frankfurt(Oder), Böttnerstraße 1, 15232 Frank-furt/Oder DB Regio Ost GmbH, Babelsberger Straße 16, 14473 Potsdam Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Upstallstraße 118,14772 Bran-denburg Havel Am 01.03.2024 findet ab 12:30 Uhr eine gemeinsame Streikkundgebung aller streikenden Betriebe zusammen mit der Kampagne #wirfahrenzusam-men auf dem Alten Markt in Potsdam statt.

Streiks in Berlin

Vom 29.02. (ganztätig) bis 01.03.2024, 14:00 Uhr wird die BVG und die BVG-Tochter Berlin Transport bestreikt.

Am 29.02. um 9:00 Uhr wird es eine zentrale Kundgebung vor der Hauptverwaltung der BVG in der Holzmarkstraße (Holzmarktstr 15, 10179 Berlin) geben. Hier wird auch der ver.di Vorsitzende Frank Werneke sprechen.

Am 01.03.2024 findet eine große Streikkundgebung gemeinsam mit dem Bündnis #wirfahrenzusammen um 09:00 Uhr im Invalidenpark statt. Bei der Streikkundgebung wird eine gemeinsame Petition für einen nachhaltigen Ausbau des Nahverkehrs an die Politik übergeben. Die stellvertretende ver.di Vorsitzende Christine Behle wird auf der Kundgebung sprechen.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Foto: ver.di Warnstreik © IStock