GDL-Chef Claus Weselsky kennt nur noch die Eskalation

GDL-Chef Claus Weselsky kennt nur noch die Eskalation

Veröffentlicht von PSM.Media

Der Chef der Lokführergewerkschaft will die Bahn mit Wellenstreiks in die Knie zwingen

Berlin. Claus Weselsky hat bisher wenig Wert auf den Titel des Sympathieträgers des Jahres gelegt. Als erfolgreicher Gewerkschaftsführer, wie er zweifellos einer ist, ist dies auch nicht notwendig. Dennoch trägt er eine Verantwortung nicht nur gegenüber den Lokführern, sondern auch gegenüber der Deutschen Bahn und der Gesellschaft insgesamt. Sein jüngster Entschluss wirft jedoch Fragen auf.

Weselsky hat zu einer Härte gegriffen, die in der deutschen Sozialpartnerschaft lange nicht mehr zu sehen war. Mit Wellenstreiks und kurzfristigen Ankündigungen versucht er, die Deutsche Bahn unter Druck zu setzen, um die Forderungen der Gewerkschaft durchzusetzen. Dies führt dazu, dass Millionen von Reisenden und Pendlern sowie die deutsche Wirtschaft, insbesondere der Güterverkehr, beeinträchtigt werden. Sogar der Notfahrplan soll durchkreuzt werden.

Der Streik der GDL zielt darauf ab, der Bahn und damit Deutschland zu schaden. Weselsky hat erklärt, dass er die Bahn zu einem unzuverlässigen Verkehrsmittel machen will, was das Unternehmen weiter schädigen würde. Obwohl die Bahn in den letzten Wochen auf die GDL zugegangen ist, scheint Weselsky weiter eskalieren zu wollen.

In anderen Branchen hätten Arbeitnehmervertreter bei einem ähnlichen Angebot wahrscheinlich zugestimmt. Die Verhandlungsposition der Lokführer ist jedoch stärker, da die Bahn auch nach einem längeren Streik nicht bankrott gehen wird und die Steuerzahler für Verluste aufkommen werden.

Weselskys Vorgehen schadet der Tarifkultur und der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Wenn er Erfolg hat, könnten andere Gewerkschaftsführer unter Druck geraten, mehr für ihre Mitglieder herauszuholen. Der öffentliche Dienst und Staatsunternehmen müssen sich darauf einstellen, dass künftige Tarifrunden schwieriger werden.

Ironischerweise könnte Weselskys rauer Kurs dazu führen, dass das Gewerkschaftslager insgesamt geschwächt wird. Es wird wahrscheinlich über eine Beschränkung des Streikrechts diskutiert werden, insbesondere durch die Einführung einer verpflichtenden Schlichtung.

PSM.Media- Nachrichtenagentur, Foto: GDL-Chef Claus Weselsky © Andreas Pein/dbb beamtenbund und tarifunion