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Frankreich nimmt Freiheit zur Abtreibung in Verfassung auf

Veröffentlicht von PSM.Media

Meilenstein in der Geschichte: Frankreich verankert ‘Freiheit zur Abtreibung’ in der Verfassung

Paris. Frankreich hat als erstes Land weltweit die “Freiheit zur Abtreibung” in seine Verfassung aufgenommen. Die Abgeordneten beider Parlamentskammern stimmten am Montagabend im Schloss von Versailles mit überwältigender Mehrheit für die entsprechende Verfassungsänderung. Die Bekanntgabe des Ergebnisses wurde mit lang anhaltendem Beifall begrüßt. Präsident Emmanuel Macron äußerte sich dazu auf X und betonte die Bedeutung dieses historischen Schrittes für Frankreich.

Auf dem Trocadéro-Platz gegenüber dem Eiffelturm brach Jubel aus, als die Menschen die Debatte und Abstimmung auf einem Großbildschirm verfolgten. Der Eiffelturm glitzerte zur Feier des Tages, während leuchtende Botschaften wie #MyBodyMyChoice (Mein Körper, meine Entscheidung) das Monument zierte. Die offizielle Besiegelung der Verfassungsänderung wird am Internationalen Frauentag am 8. März in Anwesenheit des Präsidenten stattfinden.

Premierminister Gabriel Attal betonte die moralische Verpflichtung gegenüber den Frauen, die unter illegalen Abtreibungen gelitten oder ihr Leben verloren haben. Die Entscheidung solle als Vorbild für andere Länder dienen, die zuletzt Einschränkungen beim Recht auf Abtreibung erlebten. Die Verfassungsänderung hat zwar hauptsächlich symbolischen Charakter, doch sie unterstreicht die Bedeutung der Freiheit der Frauen, ihre reproduktiven Rechte auszuüben.

Frauenrechtlerinnen wie Claudine Monteil, die bereits 1971 zu den Unterzeichnerinnen eines Manifests gehörte, das sich für das Recht auf Abtreibung einsetzte, begrüßen diesen Schritt als einen lang ersehnten Sieg. Sie betonen jedoch auch, dass die Aufnahme in die Verfassung in der Praxis wenig ändere und viele Frauen immer noch mit Hindernissen konfrontiert seien, um Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen zu erhalten.

Trotz der weitgehenden Unterstützung für die Verfassungsänderung gab es auch Gegner, die in der Nähe des Schlosses von Versailles demonstrierten. Einige von ihnen betonten, dass sie nicht grundsätzlich gegen Abtreibung seien, sondern lediglich gegen deren Aufnahme in die Verfassung.

Der Vatikan bekräftigte seinen Widerstand gegen jegliche Form von Abtreibung und betonte, dass es im Zeitalter der universellen Menschenrechte kein “Recht” auf die Vernichtung menschlichen Lebens geben könne.

Die Entscheidung zur Aufnahme der “Freiheit zur Abtreibung” in die französische Verfassung markiert einen Meilenstein in der Geschichte der reproduktiven Rechte und folgt auf den Weg, den die ehemalige Gesundheitsministerin Simone Veil vor einem halben Jahrhundert geebnet hat.

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit APA, Foto: Systembild: Weg zum legalen Schwangerschaftsabbruch © IStock