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Weselsky räumt fehlerhafte Darstellung der Verhandlungslage ein

Veröffentlicht von PSM.Media

GDL wirft der Bahn mangelndes Entgegenkommen vor und plant erneuten Streik

Berlin. Der Chef der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), Claus Weselsky, hat in einem Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung” (SZ) eingeräumt, dass er sich bei seiner jüngsten Pressekonferenz geirrt hat. Er habe versehentlich die Situation der Verhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL falsch dargestellt, so wird berichtet. “Es ist mir in der Pressekonferenz ein Denkfehler unterlaufen”, gab er zu.

Der Hintergrund dieser Aussage bezieht sich auf Weselskys frühere Behauptung, dass die Schlichter im Tarifstreit zwischen der Bahn und der Gewerkschaft lediglich eine echte Stunde Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 37 Stunden vorgeschlagen hätten. Darüber hinaus sei eine weitere halbe Stunde Verkürzung im Vorschlag enthalten gewesen, sofern die Beschäftigten dies als “Wahlmodell” akzeptierten. Die Bahn hatte dem Vorschlag ihren Angaben zufolge zugestimmt.

“Weselsky erklärte am Montag, dass die Schlichter selbst eine Stunde Absenkung vorgeschlagen hätten und dann eine weitere halbe Stunde als Wahlmodell ausgearbeitet hätten. Aus diesem Grund sei ihr Vorschlag nicht akzeptabel gewesen”, hieß es. Auch bei Nachfragen habe Weselsky an dieser Darstellung festgehalten.

Allerdings widersprachen ihm die beiden Schlichter, der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU). Sie schlugen in einem gemeinsamen Papier vor, die Arbeitszeit von Schichtarbeitern bis zum 1. Januar 2026 auf 37 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren.

Ab dem 1. Januar 2028 solle außerdem “die allgemeine Referenzarbeitszeit (…) um eine weitere Stunde auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich reduziert” werden. Dieser Vorschlag, eine Senkung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden ohne Lohnkürzungen, liegt nahe bei der Forderung der GDL nach einer 35-Stunden-Woche.

Weselsky betonte jedoch, dass sein Fehler nichts an seiner Ablehnung des Vorschlags der Schlichter ändere, da dieser keinen Schritt in Richtung einer 35-Stunden-Woche enthalte, wie von der GDL gefordert.

Am Montag hatten Weselsky und die GDL die Tarifverhandlungen gestoppt und einen weiteren Streik angekündigt. Dieser sollte im Personenverkehr am Donnerstag um 2 Uhr beginnen und 35 Stunden bis Freitag um 13 Uhr dauern. Im Güterverkehr war der Streik bereits für Mittwochabend um 18 Uhr geplant. Mit dem Streik wollte die Gewerkschaft ihre Hauptforderung nach einer 35-Stunden-Woche unterstreichen.

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit Sueddeutsche.de, Foto: Der Chef der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), Claus Weselsky © Andreas Pein/dbb beamtenbund und tarifunion