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Ära endet – Älteste fränkische Brauerei schließt nach 672 Jahren

Veröffentlicht von PSM.Media

672 Jahre Tradition endet: Karmeliter Bräu schließt wegen Nachfolgemangel

Bad Kissingen. Die traditionsreiche fränkische Brauerei Karmeliter Bräu, mit einer beeindruckenden Geschichte, die sich über 672 Jahre erstreckt, steht vor einem bedeutenden Wendepunkt. Im malerischen Salz bei Bad Kissingen gelegen, verkündete das Unternehmen, dass der 30. Juni das Ende einer Ära markieren wird, da es seine Pforten schließen muss. Diese Entscheidung folgt auf die Ankündigung des Inhabers, Herbert Brust, der nach jahrzehntelangem Engagement in der Brauindustrie in den wohlverdienten Ruhestand treten möchte. Leider haben seine Söhne, die bereits andere berufliche Wege eingeschlagen haben, nicht den Wunsch, das familiäre Erbe fortzuführen.

Trotz intensiver Bemühungen um eine Nachfolgeregelung, die sogar die Beauftragung eines Vermittlers für fünf Jahre umfasste, konnte kein geeigneter Nachfolger gefunden werden. Herbert Brust teilte mit, dass es zwar Interessenten gab, diese jedoch entweder zurücktraten oder von den Banken keine finanzielle Unterstützung erhielten. Dies spiegelt eine größere Herausforderung innerhalb der Brauereibranche wider, wo Finanzinstitutionen oft zögerlich sind, Investments zu tätigen.

Die Schließung von Karmeliter Bräu ist bezeichnend für die schwierigen Zeiten, in denen sich kleine und mittelständische Brauereien derzeit befinden. Die vergangenen Jahre, geprägt von der Corona-Pandemie und intensiven Preiskämpfen, haben die Lage für traditionelle Brauereien verschärft. Herbert Brust äußerte seine Besorgnis über die Zukunft der Branche und vermutet, dass dies möglicherweise nur der Anfang einer Reihe von Schließungen sein könnte.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es einen Lichtblick für die Liebhaber von Karmeliter Bräu. Gespräche mit einem potenziellen Interessenten, der beabsichtigt, das einzigartige Bier nach dem traditionellen Rezept weiterhin zu brauen, sind im Gange. Obwohl das Brauereigelände bereits verkauft wurde, besteht die Hoffnung, dass das Erbe von Karmeliter Bräu in einer neuen Form weiterleben kann.

Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Brauindustrie. Sie wirft ein Licht auf die Dringlichkeit, traditionelle Braukunst mit modernen Geschäftsstrategien zu verbinden, um das Überleben solcher traditionsreichen Unternehmen zu sichern. Für Brauereien und ihre Unterstützer bleibt die Hoffnung, dass durch innovative Lösungen und die Weitergabe von traditionellem Wissen, die Kunst des Brauens auch in Zukunft bewahrt werden kann.

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit Nordbayern.de, Foto: Leere Bierflaschen (Symbolfoto): Eine fränkische Traditionsbrauerei macht nun dicht © IStock