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Endlich bewegt sich Europa in der Asylpolitik

Veröffentlicht von PSM.Media

EU-Parlament stimmt für Asylrechtsreform: Strengere Regeln für Migranten aus sicheren Herkunftsländern

Berlin. Europa erlebt in der Asylpolitik einen Wendepunkt, geprägt durch ein entschiedenes Reformpaket, das vom EU-Parlament verabschiedet wurde, mit dem Ziel, irreguläre Migration deutlich zu reduzieren. Dies beinhaltet verstärkte Kontrollen, einen strikteren Ansatz gegenüber aussichtslosen Asylanträgen und beschleunigte Rückführungen. Angesichts steigender Asylanträge in Europa, die 2023 die Marke von 1,1 Millionen erreichten – eine Zahl, die zuletzt 2016 verzeichnet wurde, mit einem signifikanten Anteil der Schutzsuchenden, die es nach Deutschland zieht –, war diese Neuausrichtung der Asylpolitik überfällig.

Deutschland, das nicht nur die höchste Zahl an Asylanträgen verzeichnet, sondern auch die größte Anzahl an Ukraine-Flüchtlingen aufnimmt, sieht sich mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert, die viele Gemeinden an ihre Kapazitätsgrenzen bringt. In diesem Kontext ist es verständlich, dass die Asylreform in Deutschland besonders dringend erscheint, während sie in anderen EU-Ländern, wie Italien und Griechenland, weniger im Vordergrund steht.

Die Unterstützung der deutschen Bundesregierung, einschließlich der Grünen Minister, für die Reform, steht im Gegensatz zur Ablehnung durch deutsche Grüne im EU-Parlament und hebt die innenpolitische Brisanz des Themas hervor. Kritik am Mangel an Durchsetzungskraft bezüglich Kinderrechten im Verhandlungsprozess zeigt, dass die Reform kontrovers bleibt. Nichtsdestotrotz bleibt der Fokus der Reform auf strenger Kontrolle der EU-Außengrenzen und der Abschreckung irregulärer Migration, ohne dabei das Recht auf Asyl für Schutzbedürftige zu untergraben.

Die effektive Umsetzung der Reform erfordert eine verbesserte Rückführungspolitik durch engere Zusammenarbeit mit Dritt- und Herkunftsstaaten. Dabei ist es essenziell, die Einhaltung von Menschenrechtsstandards sicherzustellen. Die Komplexität der Regeln zur Verteilung von Asylsuchenden innerhalb der EU und das Konzept der “flexiblen Solidarität” stehen ebenfalls im Fokus.

Für eine langfristige Lösung der Migrationsherausforderungen bedarf es eines Asylsystems, das gefährliche Überfahrten verhindert und legale Wege nach Europa bietet, sowie der Bekämpfung von Fluchtursachen. Die aktuelle Reform markiert zwar einen Fortschritt, doch die nationale Politik ist weiterhin gefordert, mit Maßnahmen wie Grenzkontrollen, dem Kampf gegen Schleuser und Unterstützung für belastete Kommunen.

Die temporären Grenzkontrollen in Deutschland, die bereits zu einem Rückgang der Asylbewerberzahlen geführt haben, unterstreichen den Handlungsspielraum der nationalen Politik. Diese Entwicklung zeigt die Notwendigkeit, die politischen Bemühungen fortzusetzen und anzupassen, um den Herausforderungen der Migration in Europa wirksam zu begegnen.

PSM.Media- Nachrichtenagentur, Foto: Die Asylverfahren in der EU sollen angesichts der Probleme mit illegaler Migration deutlich verschärft werden © IStock