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Israel sollte auf Schläge gegen den Iran verzichten

Veröffentlicht von PSM.Media

Herfried Münkler: Israel sollte auf militärische Schläge gegen den Iran verzichten und strategische Allianz mit arabischen Staaten suchen

Berlin. Der renommierte Politikwissenschaftler Herfried Münkler empfiehlt Israel, seine Strategie gegenüber dem Iran zu überdenken und statt auf direkte militärische Aktionen eine enge Kooperation mit arabischen Nationen anzustreben. “Israel hat hier eine einzigartige Gelegenheit, seine Position zu stärken. Ein offensiver Schlag gegen den Iran könnte diese Chancen gefährden”, betonte Münkler in einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). Er unterstrich die Hilfe arabischer Staaten bei der Abwehr iranischer Aggressionen und sah darin Potenzial für eine langfristige strategische Partnerschaft gegen das Regime in Teheran. Diese Zusammenarbeit könnte auch als Basis dienen, um die Herausforderungen im Zusammenhang mit den Palästinensern konstruktiv anzugehen, fügte Münkler hinzu.

Münkler kritisierte die iranische Führung und warf ihr vor, kein wirkliches Interesse am Wohl der Palästinenser zu haben, sondern lediglich eigene machtpolitische Ziele zu verfolgen. “Der Iran nutzt die Palästinenser lediglich als Vorwand, um seine eigenen politischen Ambitionen voranzutreiben und seine regionale Hegemonie auszubauen”, erklärte der Experte gegenüber der NOZ.

Darüber hinaus analysierte der Berliner Historiker und Politikwissenschaftler die aktuellen Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine als Teil eines Übergangs zu einer neuen, multipolaren Weltordnung. Dabei prognostizierte Münkler das schwindende Gewicht der USA als alleinige Ordnungsmacht. “Es ist offensichtlich, dass die USA zunehmend Schwierigkeiten haben, ihre globale Rolle zu bewahren. Aussagen wie die von Obama, dass die USA nicht in der Lage seien, sich gleichzeitig im Atlantik- und Pazifikraum zu engagieren, verdeutlichen diese Entwicklung”, analysierte der Experte für internationale Politik.

Für Europa sieht Münkler die Herausforderung, sich als eigenständiger politischer Akteur neu zu definieren. Er skizzierte die Möglichkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den fünf größten EU-Mitgliedern – Deutschland, Frankreich, Polen, Spanien und Italien -, die eine eigenständige Außen- und Sicherheitspolitik verfolgen könnten. Diese Staaten könnten sich auf eine Mehrheitsentscheidung einigen und gemeinsam handeln, um die Außenpolitik der Europäischen Union zu stärken, erklärte Münkler gegenüber der NOZ.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit NOZ, Foto: Systembild: Wo sollen die Konflicte noch hinführen? © Sammy Sander