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Baubranche warnt – EU-Lieferkettengesetz bremst Bautätigkeit aus

Veröffentlicht von PSM.Media

EU-Lieferkettengesetz droht Baubranche zu bremsen: Verbandschef Pakleppa warnt vor Auswirkungen auf mittelständische Betriebe

Berlin. Die deutsche Bauindustrie warnt vor den potenziell schädlichen Auswirkungen des europäischen Lieferkettengesetzes auf mittelständische Baufirmen. Felix Pakleppa, Geschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), betonte gegenüber der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ), dass obwohl diese Unternehmen nicht direkt vom Gesetz erfasst werden, sie dennoch als Lieferanten und Dienstleister großer Auftragnehmer in die Verantwortung genommen werden könnten. Diese zusätzliche Belastung durch Vorschriften sei für die Bauindustrie nicht nur unverständlich, sondern könne auch den Bauprozess behindern, so Pakleppa.

Das EU-Parlament hat nach langen Diskussionen einem Kompromiss zum Lieferkettengesetz zugestimmt. Gemäß diesem Kompromiss müssen große Unternehmen nun für Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit bei ihren Lieferanten haften. Sie sind verpflichtet, Umwelt- und Sozialstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette zu überwachen. Im Gegensatz zum deutschen Recht sieht die EU-Regelung auch die Haftung der Unternehmen vor.

Pakleppa bezeichnet das Gesetz als “weitere Bürokratielast” für die Bauunternehmen. Die drängenden Probleme im Wohnungsbau, bei der Bewältigung des Klimawandels und beim Ausbau der Infrastruktur würden nicht durch die Beantwortung von Fragenkatalogen am Schreibtisch gelöst werden können, bemerkte er weiter. Da Bauunternehmen größtenteils regional tätig seien und sich ihre Lieferketten hauptsächlich auf das Inland oder die EU-Mitgliedstaaten erstreckten, sei das vom EU-Parlament beschlossene Gesetz zwar gut gemeint, aber nicht praxistauglich.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit NOZ, Foto: Systembild: Baubranche © Geralt