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Putin will Pufferzone in Region Charkiw errichten

Veröffentlicht von PSM.Media

Putin’s Strategische Pläne für eine Sicherheitszone in der Region Charkiw

Moskau. Der russische Präsident Wladimir Putin hat Berichte über eine geplante Einnahme der ukrainischen Stadt Charkiw dementiert. Laut Putin sei dies aktuell nicht vorgesehen, wie er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Harbin, China, erklärte. Die russischen Truppen in der Nähe würden eine “Sicherheitszone” zum Schutz Russlands errichten. Zuvor hatte die ukrainische Armee von einem massiven Vorstoß russischer Truppen in der Region berichtet.

Putin rechtfertigte die Maßnahmen mit wiederholten Angriffen auf die russische Region Belgorod durch Drohnen und Raketen. Da Moskau Charkiw wiederholt als russische Stadt bezeichnet, vermuten Experten, dass der Kreml eine Annexion der Region anstrebt.

Erstmals widersprach Putin diesen Vermutungen und betonte, dass eine Annexion derzeit nicht geplant sei. Damit widersetzte er sich Aussagen seines Vorgängers Dmitri Medwedew, der eine jüngste Reise des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Charkiw als „Abschiedsbesuch“ bezeichnet hatte.

Luftangriff auf Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens zwei Menschen getötet und 13 verletzt. Russische Flugzeuge hätten am Freitag zwei Gleitbomben auf die Stadt abgeworfen, wie der Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mitteilte.

Seit Wochen wird Charkiw, das nahe der russischen Grenze liegt, von der russischen Luftwaffe bombardiert. Zeitgleich setzten russische Bodentruppen ihre Offensive im Grenzgebiet fort, wie der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj auf Telegram berichtete. Die russischen Streitkräfte hätten ihr aktives Kampfgebiet um fast 70 Kilometer ausgeweitet, um die Ukraine zur Entsendung zusätzlicher Reservebrigaden zu zwingen.

Ukrainischer Drohnenangriff trifft russische Ölraffinerie

Die Ukraine gelang ein Treffer auf eine russische Ölraffinerie in Tuapse, Region Krasnodar. Nach einem Drohnenangriff brach ein Feuer in der Anlage aus, wie am Freitag auf Telegram berichtet wurde.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht 102 ukrainische Drohnen abgeschossen wurden, die Hälfte davon über der Krim. Bei den Angriffen auf die Regionen Krasnodar und Belgorod gab es auch Todesopfer. In Belgorod starben eine Frau und ihr vierjähriger Sohn, als eine Drohne ihr Auto traf, berichtete Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow. Zudem brach an einer Tankstelle ein großes Feuer aus.

Die russische Schwarzmeerflotte neutralisierte sechs Seedrohnen. Bei einem Angriff wurde ein Umspannwerk in Sewastopol beschädigt, was zu Stromausfällen führte. Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Sewastopol ist der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. Russland hatte die Krim 2014 annektiert.

Schäden durch ukrainische Angriffe

Laut dem US-Satellitenunternehmen Maxar wurden bei einem ukrainischen Angriff drei Kampfflugzeuge und eine Treibstoffanlage auf dem Luftwaffenstützpunkt Belbek nahe Sewastopol zerstört. Satellitenbilder zeigen die Zerstörung von zwei MiG-31- und einem Su-27-Kampfjet.

Erfolgreiche Verteidigung der Ukraine

Die Ukraine schoss in der Nacht alle 20 auf das Land abgefeuerten russischen Drohnen ab. Das Militär meldete Abschüsse über den Regionen Charkiw, Poltawa, Winnyzja, Odessa und Mykolajiw. In Charkiw kam es während des Angriffs zu vier Explosionen, wobei ein Feuer ausbrach und fünf Gebäude beschädigt wurden, darunter ein Verwaltungsgebäude.

Internationale Unterstützung

Litauen stellte der Ukraine weitere Militärhilfe zur Verfügung, darunter Drohnen, Munition und Anti-Drohnen-Ausrüstung. Auch Generatoren und Klappbetten wurden geliefert. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock forderte bei einem Ministertreffen des Europarates in Straßburg mehr Waffen und Luftverteidigungssysteme für die Ukraine angesichts der „hochdramatischen“ Lage in Charkiw.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit APA, Foto: Systembild: Krieg in der Ukraine © IStock