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Trotz Gerichtsentscheids: Israel setzt Aktivitäten in Rafah fort

Veröffentlicht von PSM.Media

Israels Militäreinsatz in Rafah Trotz IGH-Aufforderung Fortgesetzt: Ein Überblick

Rafah. Trotz der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) am Freitag, den Militäreinsatz in Rafah unverzüglich zu beenden, setzten Israels Streitkräfte ihre Operationen in der südlichsten Stadt des Gazastreifens am Samstag fort. Die israelische Armee berichtete von mehreren getöteten palästinensischen Bewaffneten, die zuvor auf israelische Soldaten geschossen hatten. Darüber hinaus wurden in Rafah weitere Waffenlager und Tunnelschächte entdeckt.

Israelische Luftangriffe und zivile Opfer

Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldete unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter den Tod eines Zivilisten bei einem israelischen Luftangriff in Rafah. Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.

IGH-Urteil und humanitäre Lage

Am Freitag verpflichtete der IGH Israel zur sofortigen Beendigung des Militäreinsatzes in Rafah und folgte damit einer Forderung Südafrikas. Das Gericht stellte fest, dass die humanitäre Lage in Rafah desaströs sei und zusätzliche Maßnahmen erforderlich seien, um weiteren Schaden für die Zivilbevölkerung abzuwenden.

Aussagen der Hamas und israelische Reaktionen

Am Sonntag wies das israelische Militär Behauptungen der radikalislamischen Hamas zurück, dass mehrere israelische Soldaten im Norden des Gazastreifens gefangen genommen worden seien. „Die IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte) stellen klar, dass es keinen Vorfall gibt, bei dem ein Soldat entführt wurde“, so die offizielle Erklärung. Der Sprecher der Al-Qassam-Brigaden, Abu Ubaida, hatte zuvor von einem Hinterhalt und der Festnahme israelischer Soldaten in Jabalia berichtet.

Unabhängige Überprüfung von Beweisen

Die Hamas veröffentlichte ein Video und Fotos, die angeblich die Gefangennahme von israelischen Soldaten zeigen. Diese Beweise konnten von der Nachrichtenagentur Reuters jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Schwerpunkt der Kämpfe

Die Kämpfe konzentrierten sich weiterhin auf die Flüchtlingssiedlung Jabalia im Norden des Gazastreifens. Nach Angaben der israelischen Armee wurden in den letzten 24 Stunden Dutzende feindliche Kämpfer getötet, sowohl im Nahkampf als auch durch gezielte Luftangriffe. Zudem wurden Raketenabschussstellungen und Tunnelschächte zerstört sowie eine große Menge an Waffen gefunden.

Internationale Reaktionen und Kritik

Der deutsche Vizekanzler Robert Habeck kritisierte Israels Vorgehen als völkerrechtswidrig und betonte die Notwendigkeit, dass Israel sich an das Völkerrecht halten müsse. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Hamas den Krieg durch Niederlegung ihrer Waffen beenden könnte.

Spanien und Irland forderten ebenfalls die sofortige Beendigung des israelischen Militäreinsatzes. Der spanische Außenminister José Manuel Albares betonte die Obligatorik der Maßnahmen und forderte einen Waffenstillstand sowie humanitären Zugang. Irlands Regierungschef Simon Harris bezeichnete die Fortsetzung der Operationen als „absolut verwerflich“.

Diplomatische Spannungen zwischen Spanien und Israel

Der diplomatische Konflikt zwischen Madrid und Tel Aviv verschärfte sich, als Israel Einschränkungen für die Arbeit spanischer Diplomaten ankündigte. Hintergrund war eine Äußerung der spanischen Politikerin Yolanda Díaz, die von Israels Außenminister als antisemitisch eingestuft wurde.

Hintergrund des Gaza-Kriegs

Der Gaza-Krieg begann nach einem verheerenden Angriff der Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres, bei dem mehr als 1.200 Menschen in Israel getötet wurden. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer und der katastrophalen Lage im Gazastreifen steht Israel international in der Kritik.

Fazit

Die anhaltenden Kämpfe in Gaza, insbesondere in Rafah, und die internationalen Reaktionen darauf verdeutlichen die Komplexität und Dringlichkeit der humanitären Krise in der Region. Die Forderungen des IGH und die globalen Appelle zur Beendigung der Gewalt unterstreichen die Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands und eines nachhaltigen Friedensprozesses.

 

PSM.Media- Nachrichtenagentur mit APA, Foto: Systembild © IStock